Naturschutzgebiet Nonnenbachtal ist ebenfalls betroffen
Das dramatische Artensterben geht weiter. Selbst Grillen- und Heuschrecken-Arten sind vom Aussterben bedroht, so die Welt-Naturschutz-Union IUCN bereits im Jahre 2017. Deshalb war der Fund des grünen, großen Heupferdchen in dieser Woche im Naturschutzgebiet (NSG) Nonnenbachtal ein ganz besonderes Ereignis. Das filigrane Heupferdchen kroch kurzzeitig sogar auf die ausgestreckte Hand. So entstand diese wunderbare Fotografie vor dem Hintergrund der grünen Wiese im Nonnenbachtal.
Fluginsekten verschwinden
Doch ist nicht nur die Anzahl dieser Insekten zurückgegangen, sondern in den letzten 30 Jahren sind in Deutschland dreiviertel aller Fluginsekten verschwunden! Und es hört nicht auf, fast jede zweite Insektenart schwindet. Auch dieses Jahr mussten wir selbst in unserem Garten, indem sich auch viele insektenfreundliche Pflanzen befinden, feststellen, dass beispielsweise einige Schmetterlingsarten fast überhaupt nicht mehr vorkommen. War der kleine Fuchs und das Tagpfauenauge in den Vorjahren noch zahlreich anzutreffen, so traten sie dieses Jahr kaum noch auf. Mittlerweile umfasst die "Rote Liste" der Tagfalter in Deutschland 189 Arten.
Beim täglichen Spaziergang durch das NSG Nonnenbachtal konnten wir auch die "üblichen Verdächtigen", wie Bienen und Schwebfliegen auf den Blüten der dort wachsenden Pflanzen kaum mehr entdecken. Schließlich ist das Nonnenbachtal an drei Seiten von Äckern mit intensiver Landwirtschaft umgrenzt, was insbesondere auf die Randbereiche des NSG Auswirkungen hat.
Lebensraum und Nahrung geht zunehmend verloren
Die allgemeinen Ursachen des Artensterbens sind längst bekannt:
Den Insekten geht zunehmend Lebensraum und Nahrung verloren. Das ständige Spritzen mit Pestiziden tut ihr Übriges. Die Artenvielfalt ist auf unseren Feldern verschwunden und die Monokulturen nehmen immer mehr zu. Selbst die wenigen noch vorhandenen Wiesen verschwinden immer mehr und werden zu Ackerland verwandelt. Auch vor den Ackerrandstreifen macht diese Entwicklung nicht halt, entweder werden sie schmaler oder verschwinden ganz. Und die wenigen noch vorhandenen Mahdwiesen werden regelmäßig gedüngt und viel zu oft im Jahr gemäht.Es ist daher dringend notwendig, Veränderungen in vielen Bereichen durchzuführen, um die Ursachen zu bekämpfen und sie letztendlich zu beseitigen.
Antrag des NB auf grundlegende Verbesserung des Artenschutzes durch Anlegung einer ortsnahen Streuobstwiese im NSG Nonnenbachtal durch Gemeindeverwaltung und Politik abgelehnt!
Der Nottulner Blickpunkt hatte anlässlich des Weltbienentages mit einem Antrag an die Gemeinde Nottuln versucht, im NSG Nonnenbachtal eine grundlegende Verbesserung des Artenschutzes herbeizuführen. Hier sollte eine gemeindeeigene ortsnahe Wiese in eine artenschutzgerechte Streuobstwiese umgewandelt werden. Der umfassende begründete Antrag mit Ergänzung wurde im Betriebsausschuss (der Umweltausschuss blieb außen vor) auf Vorschlag der Gemeindeverwaltung Nottuln, also auch unseres Bürgermeisters, abgelehnt. Unser Antrag vom 20. Mai 2023 kann noch unter dem Link www.nottuln.de/sessionnet/sessionnetbi/getfile.php?id=59117&type=do eingesehen werden. Die differenzierte Ergänzung des Antrages, die wir den Fraktionsvorsitzenden, ihren Stellvertretern und der Gemeindeverwaltung vor der Entscheidung zugeleitet haben und in der wir auf die von der Gemeindeverwaltung vorgeschlagenen Ablehnungsgründe eingegangen sind und diese als unbegründet zurückgewiesen haben, wurde leider nicht mehr in die gemeindliche Webseite eingestellt. Einen Ablehnungs-Bescheid von der Gemeindeverwaltung haben wir bisher nicht bekommen.
Dier Ablehnungsvorschlag wurde bereits in der Gemeindevorlage für den Betriebsausschuss vor seiner Entscheidung von der Gemeindeverwaltung wie folgt begründet:
"Die im Antrag genannte gewünschte Entwicklung in eine Streuobstwiese im Bereich der betroffenen Grünlandfläche ist nicht umsetzbar, da wie oben schon beschrieben, der Schwerpunkt auf die Entwicklung einer artenreichen Glatthaferwiese, Förderung der heimischen Flora des Offenlandes der Baumbergeregion, Förderung der Insektenvielfalt sowie Förderung des Neuntöters liegt. Die Verwaltung schlägt daher vor, die „Streuobstwiese“ auf dem betreffenden Standort nicht weiter in Betracht zu ziehen."
Diese Begründung ist, wie wir auch bereits in unserem ergänzenden Schreiben vor der Sitzung des Betriebsausschusses deutlich gemacht haben (wir konnten, wie bereits vor der Sitzung der Gemeindeverwaltung mitgeteilt, nicht an dieser teilnehmen), nicht nachvollziehbar.
Folgende Gründe sprechen eindeutig für die Streuobstwiese im Naturschutzgebiet:
1. Es bleibt die angehende Glatthaferwiese weiterhin bestehen, es werden lediglich in gewissen Abständen Obstbäume eingepflanzt, um die Biodiversität gegenüber der "Glatthaferwiese" erheblich zu verbessern,
2. Würde der Anteil dieser Streuobstwiese zu dem übrigen vorhandenen angehenden Glatthaferwiesenanteil im Nonnenbachtal gerade einmal rund fünf Prozent betragen,
3. Hatten wir mit einer Broschüre des Landwirtschaftsministers NRW "Schützt unsere Obstwiesen" nachgewiesen, dass sich gerade in Streuobstwiesen der Neuntöter gerne ansiedelt und dort brütet. Die in der Nähe vorhandenen vielen Weißdornbüsche sind ideal für den Neuntöter, da er dort seine Beute aufspießen kann,
4. Ist gerade ein Naturschutzgebiet aufgrund der guten Voraussetzungen prädestiniert für die Anlage einer Streuobstwiese.
5. Ist die ortsnahe Lage zwischen den Gärten der Mühlenstraße, dem Garten-Café Blumenkränzchen und der Nonnenbachtalbrücke (Umgehungsstraße) ebenfalls prädestiniert.
6. Würde die Streuobstwiese auch das Kleinklima am Rande des Ortskerns verbessern.
7. Könnten die Besucher (auch Touristen) des Garten-Cafes mit Blick auf die Streuobstwiese sich insbesondere an der Obstbaumblüte erfreuen.
8. Bleibt die Streuobstwiese aufgrund der Ortsnähe und der vorhandenen Anlieger unter besonders guter Beobachtung, Vandalismus wird dadurch erschwert.
9. Würden die Kosten für die Obstbäume vom Nottulner Blickpunkt und einigen Sponsoren, wie bereits bei der Sportplatzbepflanzungsaktion, getragen,
10. Soll die Bepflanzung nicht zuletzt aus pädagogischen Gründen wieder mit Eltern und ihren Kindern mit Unterstützung des Bauhofes erfolgen. Aufgrund der ortsnahen Lage könnten sogar naheliegende Schulen oder Kindergärten eine Pflegepatenschaft hierfür übernehmen.
Zusammenfassend gesagt: "Es gab und gibt keinen besseren, geeigneteren Standort als diesen für die Anlage einer Streuobstwiese!" Obwohl wir die Begründung der Gemeindeverwaltung, durch unser Ergänzungsschreiben zum eigentlichen Antrag vollkommen entkräftet hatten und wir alle es uns aufgrund des Artenschutzes nicht mehr leisten können, lehnte der Betriebsausschuss unseren Antrag ab. Eine hervorragende Chance, eine angehende Glatthaferwiese biologisch erheblich aufzubessern und dem Artenschutz gerade in einem ortsnahen Naturschutzgebiet einen längst fälligen Beitrag zu leisten, wurde von der Gemeindeverwaltung und der Politik vor Ort zunichte gemacht.
Das legt die Vermutung nahe, dass es hier vielleicht ganz andere Gründe, als bisher angegeben gibt, die mit dem Natur- und Artenschutz wahrscheinlich überhaupt nichts zu tun haben.
Lebensgrundlagen für Menschen verschwinden ebenfalls
Offensichtlich wollen einige immer noch nicht erkennen, dass mit dem Artensterben auch die Lebensgrundlagen für uns Menschen dramatisch schwinden und unser wirtschaftliches Handeln immer mehr eingeschränkt wird.
In der nachfolgenden Bildergalerie zeigen wir Ihnen eine Auswahl von exquisiten Fotografien aus vergangenen Zeiten, mit Insekten aus dem NSG Nonnenbachtal sowie unserem Garten, eben, weil sie leider immer weniger werden. Wir wünschen Ihnen beim Betrachten viel Freude.
Mit besten Grüßen
Ihre Redaktion
Zeitenwende im Naturschutzgebiet dringend erforderlich
Während der Brutzeit wurden im NSG Nonnenbachtal Strauchwerk bis zu einer Höhe von 2,50 m abgeholzt, ohne Rücksicht auf die brütenden Vögel sowie andere Tiere zu nehmen, die sich dort aufhalten und Nachwuchs bekommen.
Wir warten noch auf die Stellungnahmen der Behörden, bzw. öffentlichen Einrichtungen, der Vorgang liegt dort seit dem 26. April vor. Die Untere Naturschutzbehörde beim Landrat Coesfeld teilte uns mit, dass eine Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde sich leider erst morgen (also am 27. April, Anmerkung der Redaktion) um den von uns aufgeführten Sachverhalt kümmern kann.
Lediglich die Gemeinde Nottuln hat hierzu erfreulicherweise bereits sofort Stellung bezogen. Von dort erfuhren wir, dass sich der zuständige Förster auch bei uns melden wird.
Sowie uns die noch ausstehenden schriftlichen Stellungnahmen vorliegen, werden wir weiter berichten.
Stand 2. Mai, 16:30 Uhr.
Die Stellungnahme des Landesbetriebes Wald und Holz, NRW Regionalforstamt Münsterland, Forstbetriebsbezirk Baumberge, Herrn Matthias Schulze Everding, liegt uns mittlerweile vor, Danke.
Es fehlt lediglich noch die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde beim Landrat (Kreis) Coesfeld, die sich trotz nochmaliger Bitte bisher leider nicht geäußert hat, obwohl sie die Aufsichtsbehörde ist. Wir hoffen, dass sie in Kürze im Sinne des Natur- und insbesondere des Artenschutzes Stellung beziehen wird.
Gestern, am 8. Mai, erreichte uns von der Unteren Naturschutzbehörde, Herrn Christoph Steinhoff, folgende Nachricht: Hiermit bestätige ich Ihnen, dass die von Herrn Schulte Everding Ihnen zugesandten Erläuterungen die Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde finden.
Das wirft für unsere Redaktion natürlich einige Fragen an die Untere Naturschutzbehörde als Aufsichtsbehörde auf. Trotzdem werden wir den Vorfall aus unserer Sicht ergänzend der Öffentlichkeit darstellen. Schließlich besteht offensichtlich gerade an der Aufklärung und der juristischen Beurteilung ein allgemeines Interesse im Hinblick auf das zukünftige Verhalten des Landesbetriebes Wald und Holz und der Unteren Landschaftsschutzbehörde.
Eine erfreuliche Nachricht erreichte uns bereits von der Gemeinde Nottuln: Freischneidearbeiten auf gemeindeeigenen Flächen im Naturschutzgebiet, auch im Wald, werden nur noch von Anfang Oktober bis Ende Februar durchgeführt, um den Artenschutz zu gewährleisten. Insoweit ist es aber wichtig, dass der Landesbetrieb Wald und Forst, bevor sie auf diesen Flächen Arbeiten durchführen lässt, rechtzeitig die Gemeinde Nottuln informiert.
Stand 9. Mai, 09:43 Uhr.
Mit besten Grüßen
Die Redaktion
Gibt es im Nonnenbachtal bald Graukagänse?
Ein außergewöhnliches Pärchen ist seit Tagen auf dem Mühlenteich zu beobachten. Eine Graugans und eine Kanadagans schwimmen und turteln dort friedlich miteinander. Das erstaunt umso mehr, als in den vergangenen Jahren die Graugänse von den größeren Kanadagänsen aus dem Nonnenbachtal so ziemlich vertrieben worden sind - die Kanadier behielten die Oberhand.
Auch an der Münsterschen Aar bei Haus Stapel besteht fast die ganze Gänsepopulation aus Kanadagänsen. Umso erfreulicher ist es, dass sich jetzt im Nonnenbachtal vier Graugänse-Paare niedergelassen haben. Aber die Vermählung von Grau- und Kanadagans hatte ich bisher im Nonnenbachtal und auch anderswo noch nicht beobachten können.
Doch heute Morgen konnte ich sogar miterleben, dass die Graugans eine Kanadagans vehement vertrieben hat, als sie dem gemischten Ehepaar zu nahe kam. Wer allerdings von den Beiden sie oder er ist, war aus der Ferne bisher nicht feststellbar, schließlich sehen bei den Grau- sowie bei den Kanadagänsen Männchen und Weibchen äußerlich fast gleich aus. Lediglich in Größe und Gewicht unterscheiden sie sich, wobei jeweils das männliche Tier das kräftigere und größere ist.
Es wird spannend bleiben auf dem Mühlenteich. Wird die Ehe halten und in ein paar Wochen kleine Gössel mit ihren Eltern auf dem Mühlenteich schwimmen, und wie werden sie aussehen, die kleinen Graukagänse? Eines steht fest, wir werden weiter nach ihnen Ausschau halten und hoffen, die ganze Geschichte miterleben zu dürfen, auch um sie Ihnen gegebenenfalls erzählen zu können.
Bleiben Sie gesund, haben Sie viel Freude an der Natur und vergessen Sie nicht, sie bestimmt maßgeblich unser Leben! Denken Sie nur an das Wetter, worüber wir fast alle täglich reden.
Mit besten Grüßen und beachten Sie bitte auch die Fotografien in der nachfolgenden Bildergalerie
Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard
(Ergänzt am 21.04.2023)
Ein außergewöhnliches Erlebnis
Frühmorgens ging ich wie jeden Tag mit meinem Jack Russel, namens Sir Trusty, durchs Nonnenbachtal spazieren. Alles war ruhig, hin und wieder zwitscherte ein Vogel, es war ein schöner Frühlingstag. Trusty lief vor mir her, schnupperte hier und schnupperte da, doch irgendetwas schien ihn plötzlich zu beunruhigen, fragend schaute er sich zu mir um. Ich gab ihm schnell das Kommando "Steh", schloss zu ihm auf und leinte ihn vorsichtshalber an.
Und dann traute ich meinen Augen kaum, war das etwa wirklich ein Wolf, der hinter einem Baumstamm hervorlugte? Langsam und vorsichtig näherte ich mich im Schutz der Bäume ein wenig und dann wurde es mir plötzlich sonnenklar, dort stand tatsächlich ein Wolf und der war nicht mal alleine. Ein weiterer Artgenosse lag friedlich neben ihm und genoss offensichtlich die Morgensonne. Eilig nahm ich meine Kamera zur Hand, die ich immer dabei habe und fotografierte die Wölfe. So eine Gelegenheit bekomme ich so schnell nicht wieder. Dank des Teleobjektivs konnte ich genügend Abstand halten und trotzdem fabelhafte Aufnahmen machen.
Doch plötzlich zog einer der Wölfe die Lefzen hoch und diese Warnung hätte ein jeder sofort verstanden, offensichtlich hatte er mich bemerkt. Langsam rückwärtsgehend wollte ich mich gerade aus ihrem Sichtbereich entfernen. Doch das war nicht mehr nötig, denn lautlos, so wie sie gekommen waren, fast wie eine Fata Morgana, verschwanden die Wölfe wieder im Wald.
Noch ganz begeistert und benommen von diesem Erlebnis ging ich nach Hause und berichtete meiner Frau von diesem außergewöhnlichen Ereignis. Sie hatte zunächst große Zweifel und konnten es kaum glauben, aber die Fotos waren eindeutig und ließen keine andere Aussage zu.
Offensichtlich haben die Wölfe jetzt auch die Baumberge erreicht - oder was meinen Sie, war es vielleicht doch nur eine Fata Morgana?
Mein nachfolgendes Gedicht über den Wolf soll die Menschen zum Nachdenken über dieses wertvolle, wunderschöne Tier und seine Berechtigung, hier zu leben, anregen.
Der Wolf
Ich bin gekommen, um zu bleiben
In ein Land, in dem ich schon war
Doch will man mich wieder vertreiben
Kaum ward ich gesehen, hie und da
Ich bin kein Isegrim, hab Rotkäppchen nie gekannt
Drum lasst mich bitte hier leben
In unserem schönen Land!
Jürgen Gerhard
Wir wünschen Ihnen einen schönen 1. April
Ihre Redaktion
Große Pflanzaktion gestartet (Mein Freund, der Baum - Teil 11)
Endlich ist es so weit, auch im Naturschutzgebiet Nonnenbachtal vollzieht sich eine bemerkenswerte Zeitenwende, eine große Pflanzaktion wurde gestartet. An der Zufahrtsstraße zum Wasserwerk in Höhe des "Kirchenwaldes" werden durch das Forstunternehmen Haselhoff erst einmal Heckenkirsche, Vogelkirsche, Weißdorn, Ahorn und viele andere Sträucher und Bäume gepflanzt. Und fast hätte ich es vergessen, selbst Esskastanien finden hier ein neues Zuhause. Bevor jedoch Kinder hier ihre ersten Esskastanien genießen können, werden noch einige Jahre ins Land gehen, in der Regel 10 bis 15. Aber sei's drum, irgendwann werden die Kinder ihre Freude daran haben.
Auch den Spaziergängern, die zufällig vorbeikamen, war die Freude hierüber anzumerken. Wie groß wird sie erst sein, wenn im kommenden Frühling die vielen neu gepflanzten Sträucher zum ersten Mal blühen.
In der kommenden Woche soll es fleißig weiter gehen, dann sollen bis zu 300 Eichen und Buchen auch im ziemlich abgeholzten Kirchenwald gepflanzt werden. Keine drei Tage sind zwischen unserem Bericht in gleicher Angelegenheit und heute vergangen, und schon durften wir diese gute Nachricht vom Chef des tätigen Forstunternehmens, Werner Haselhoff, nach persönlicher Ansprache vor Ort entgegennehmen.
Heute ist wirklich ein guter Tag, insbesondere für das Naturschutzgebiet Nonnenbachtal und die darin lebenden Wildtiere! Außerdem wird es im Frühjahr nicht nur rund um den Sportplatz an der Dreifachsporthalle (wir berichteten über das Pilotprojekt "Pflanzaktion mit Kindern und ihren Eltern") summen und brummen, sondern auch hier im Nonnenbachtal - wiederum ein sinnvoller Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt.
Wie man sieht, bietet das Naturschutzgebiet Nonnenbachtal hierzu reichlich Möglichkeiten. Es stellt sich nur die Frage, warum sie bisher nicht dementsprechend genutzt wurden, obwohl es einige Anregungen aus der Bevölkerung gab. Aber manchmal ändert sich erst etwas, wenn sich das Personal ändert. Die Handschrift von Peter Wermeling von der Gemeinde Nottuln, die größtenteils Eigentümer des Nonnenbachtales ist, macht sich in Nottuln immer mehr bemerkbar. Schon auf der ersten Baumkonferenz (wir berichteten) war deutlich geworden, wie wichtig doch unser aller Handeln für die Natur, den Wald, die Pflanzenwelt, die Förderung der Artenvielfalt und die positive Beeinflussung des Klimas ist.
Bis auf wenige uneinsichtige hat sich in den Köpfen der Menschen etwas verändert: "Pflanzen ist halt besser als abholzen", gerade in Nottuln, denn dort beträgt die bewaldete Fläche gerade einmal 12 % ! Deshalb sollten jetzt alle nach vorne schauen, weitere Pflanzaktionen werden sicherlich die Möglichkeit bieten, sich daran zu beteiligen, sei es finanziell oder durch Muskelkraft, und das kann sogar viel Spaß machen, wie die gemeinsame Pflanzaktion mit Kindern und ihren Eltern gezeigt hat.
Unsere Redaktion wünscht Ihnen weiterhin viel Freude bei Spaziergängen durchs Naturschutzgebiet Nonnenbachtal, denn in diesem Frühjahr werden dort schon einige Sträucher mehr blühen, auf denen sich dann hoffentlich viele Insekten niederlassen werden. Doch wird es noch einige Zeit brauchen, bis sich die Pflanzen zu stattlichen Exemplaren entwickelt haben, insbesondere in der Wachstumsphase wird man auf sie acht geben müssen.
Mit besten Grüßen
Karin und Jürgen Gerhard
Ergänzt am 13.02.2023
Kreischende Motorsägen beunruhigen Spaziergänger (Mein Freund, der Baum - Teil 10)
Im Naturschutzgebiet Nonnenbachtal kreischen leider wieder die Motorsägen, was mittlerweile viele Spaziergänger auf die Bäume (Palme) treibt, so auch am 6. Februar: Es wurden Bäume im Naturschutzgebiet Nonnenbachtal in Nähe des 2. Brunnen (vom Wasserwerk aus gesehen) auf einem Erdwall gefällt, der dort die Wiese teilt. Entrüstete Spaziergänger hatten unsere Redaktion darüber informiert.
Nachdem wir vor Ort waren, und das bestätigt vorfanden, haben wir beim Umweltamt der Kreisverwaltung Coesfeld sofort eine Anfrage gestartet und bekamen von dort aus umgehend folgende Antwort:
"Die gefällten Eschen waren nach unseren Recherchen vom Eschentriebsterben befallen. Sie wurden vom Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld e.V. in Abstimmung mit der Eigentümerin, den Gemeindewerken Nottuln, gefällt. Im Rahmen des Entwicklungskonzepts für das Nonnenbachtal wird anschließend auf dem kleinen Wall eine Weißdornhecke angepflanzt. Das Holz ist Eigentum der Gemeinde Nottuln."
Die Eschen wurden übrigens auftragsgemäß von der "Einsatzgruppe Naturschutz", angesiedelt beim Naturschutzzentrum des Kreises Coesfeld in Darup, gefällt. Bevor wir hierzu konkret weiter berichten, halten wir es für sinnvoll und erforderlich, die "Geschichte" des Eschentriebsterbens zu recherchieren und uns dazu Fotografien, die wir in den vergangenen Jahren von den jetzt gefällten Bäumen im Nonnenbachtal gemacht haben, gründlich anzuschauen und zu beurteilen.
Zu begrüßen ist es, dass der Erdwall unverändert bestehen bleibt und dort nunmehr eine Weißdornhecke angepflanzt werden soll. Den Verlust mehrerer Eschen kann sie jedoch aus ökologischer Sicht erst einmal nicht ausgleichen. Schließlich wurden fünf Eschen gefällt, wobei die älteste rund 100 Jahre alt war und eine sehr große Baumkrone hatte.
Falsches weißes Stengelbecherchen
Nach Angaben der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bundesverband e. V. wird das Eschentriebsterben von einem japanischen Pilz namens "Falsches weißes Stengelbecherchen" verursacht. Ein charakteristisches Merkmal für das Eschentriebsterben sind verwelkte und abgestorbene Blätter oder Äste, die durch den Baum nicht aktiv abgeworfen werden. Typisch sind die von weiten erkennbaren verbuschten Kronen mit abgestorbenen Ästen. Bei Altbäumen verläuft das Eschentriebsterben zunächst langsam, die Bäume sind jedoch deutlich geschwächt und anderen Erregern und Insekten, wie Hallimasch und Eschenbastkäfer, fällt es leichter, sie ebenfalls zu befallen.
Der Pilz lässt sich leider nicht eindämmen und der Einsatz von Fungiziden und Pflanzenschutzmitteln ist nicht sinnvoll. Auch die Entnahme befallener Äste oder Stämme verhindern nicht, dass sich das Eschentriebsterben weiter ausbreitet. Vielmehr wird geraten, betroffene Bäume stehen zu lassen, wenn sie nicht im öffentlichen Raum stehen und zu Gefährdungen führen können. Dies könnte dazu beitragen, dass Nachkommen dieser Bäume schneller Resistenzen ausbilden. Somit scheint die Lage für die Esche nicht hoffnungslos. Doch bis resistente Eschen verfügbar sind, wird empfohlen, keine Eschenanpflanzungen mehr vorzunehmen.
Was die gefällten Eschen im Naturschutzgebiet Nonnenbachtal betrifft, wird auf einer Fotografie vom 25. August 2021 deutlich. Zwei der Eschen zeigen die typischen Erkrankungsmerkmale wie oben beschrieben. Die anderen sind zwar nicht kerngesund, weisen aber wesentlich weniger Erkrankungsmerkmale auf (siehe Fotografie in der Bildergalerie unten). Die gefällten Eschen standen übrigens auf einem Wall mitten in einer Wiese im Naturschutzgebiet, das ohnehin abseits von Wegen nicht betreten werden darf. Insofern hätten sie, wie oben angeraten, auch stehen bleiben können.
Neue Anpflanzungen werten das NSG Nonnenbachtal auf
Wie ich heute beim Gang durchs Nonnenbachtal erfreut feststellen durfte, wurden auf dem kleinen Wall bereits die angekündigten Anpflanzungen vorgenommen und fachgerecht gegen Wildverbiss eingezäunt (siehe Fotografie in der Bildergalerie unten). Offensichtlich finden weitere Anpflanzungen am oberen Waldbereich westlich des Nonnenbaches statt, die ebenso gegen Wildverbiss eingezäunt werden. Später werden diese Anpflanzungen auch den Wildtieren Deckungsmöglichkeiten geben, die sie dringend brauchen. Die blühenden Sträucher werden den Insekten und danach ihre Früchte den Vögeln zugutekommen.
Das sieht alles gut aus, wertet das Nonnenbachtal aus ökologischer Sicht auf und ist ein nützlicher Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt. So darf es gerne im Nonnenbachtal weitergehen, pflanzen ist besser als abholzen. Selbst absterbende Bäume und sogar Totholz haben gerade im Naturschutzgebiet ihre Berechtigung und sei es für den Höhlenbau von Höhlenbrütern, wie zum Beispiel dem Buntspecht, der hier öfters anzutreffen ist.
Artikel ergänzt am 10.2.2023, die Redaktion

