Blickpunkt Nottuln
30.07.2026
Blickpunkt Nottuln

Rabenvögel demonstrieren auf geschädigter Riesenulme vor dem Rathaus

Vorläufige Anmerkung: Dass die Ulme nicht sehr gesund aussieht, wird jedem, der sie sich vor Ort ansieht, deutlich. Wie die Westfälischen Nachrichten allerdings dazu kommen, in ihrem heutigen Artikel zu schreiben, dass die Ulme kahl, dürr und nicht ein einziges Blatt hat, ist nicht nachvollziehbar.
Erstens ist die Ulme nicht dürr, sondern hat einen beachtlichen Stamm und zweitens hat sie noch mehrere tausend Blätter an ihrem Astwerk, ganz zu schweigen von der überaus beachtlichen Höhe des Baumes; so die Fakten (siehe auch Fotos in der Bildergalerie). 

Unser erster Eindruck: Offensichtlich will  man den Baum möglichst bald loswerden.

Artikel folgt!

Digitales Schuldenbarometer gehört auf die Nottulner Start-Webseite

Nun haben sich die Westfälischen Nachrichten (WN) auch mit den Schulden der Gemeinden beschäftigt. Und siehe da: Die Nottulner haben die meisten Schulden! Auch unsere Redaktion hat sich bereits im September 2025 mit den Schulden der Baumbergegemeinden Nottuln, Billerbeck, Havixbeck und Senden befasst, siehe auch Artikel: https://www.nottuln-blickpunkt.de/768-zur-buergermeisterwahl-thema-finanzen-haushalt-hohe-pro-kopf-verschuldung.

Doch das reicht bei weitem nicht aus, schließlich leben wir im digitalen Zeitalter: Nottulner Bürgerinnen und Bürger müssen sich jederzeit und ohne Umwege über ihre aktuellen Schulden auf der Gemeinde-Webseite Nottuln informieren können. Dazu gehört ein Schuldenbarometer auf der Startseite des gemeindlichen Internetauftritts. Ein direkter Zugriff muss von dort aus für jede und jeden, jederzeit möglich sein. Dort müssen natürlich die bisherigen Schulden und neue Schulden, die aufgrund von Ratsbeschlüssen oder von der Gemeindeverwaltung von sich aus gemacht werden,  projektbezogen und zeitnah ersichtlich sein, natürlich in Abgrenzung zu den erhaltenen Förderbeiträgen. Hierbei muss auch deutlich werden, ob die Förderbeiträge nur in Aussicht gestellt oder bereits ein Bewilligungsbescheid bei der Gemeinde vorliegt, beziehungsweise schon geflossen sind. Alle Angaben müssen nachvollziehbar und plausibel sein.

Stufenplan
Insofern wäre es sinnvoll, nach einem Stufenplan zu verfahren, der in der ersten Stufe erst einmal ein Schuldenbarometer vorsieht, welches die aktuellen Schulden anzeigt und monatlich aktualisiert wird. In einem zweiten Schritt sind dann die angesprochenen Parameter projektbezogen darzustellen. Wir brauchen umgehend so ein klares, übersichtliches Instrument, das die Finanzpolitik von Nottuln für alle Bürgerinnen und Bürger transparent und leicht verständlich darstellt.
 
Bürgerinnen und Bürger zahlen für die Politik vor Ort
Nach den Prokopfschulden von rund 500 Euro, die sich seit dem Amtsantritt von Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes (Ende 2020) bis heute mehr als verdreifacht haben (1745 Euro), ist diese Maßnahme mehr als erforderlich, zumal mit den bereits geplanten Großprojekten mehrere Millionen Euro an Schulden dazukommen. So soll ein Bürgerforum nach jetzigen, nicht nachvollziehbaren Berechnungen, 5,2 Millionen Euro kosten. Offensichtlich hat Bürgermeister Thönnes ein flottes Händchen beim Schuldenmachen, aber diese werden um jedes weitere Mal auf den Buckeln der Bürgerinnen und Bürger abgeladen: siehe die zweimal hintereinander erfolgten, exorbitanten Erhöhungen der Grundsteuer B für Hausbesitzer! Darin ist Thönnes wiederum absolute Spitze, vergleicht man ihn mit den Bürgermeistern anderer Baumbergegemeinden, die da wesentlich zurückhaltender waren.
Das probate Mittel von Thönnes ist es, immer wieder den Gemeinderat mit der Förderung von öffentlichen Mitteln für seine Projekte zu locken, und leider scheint es, immer wieder zu funktionieren. Dabei scheut er seit Neuestem nicht, für sein Prestigeobjekt alle Vereine vor seinen Karren zu spannen.

Rathaus durch die Hintertür
Dafür muss man nur den richtigen Namen finden: "Bürgerforum"! Handelt es sich nicht eher um den verdeckten Neubau eines Rathauses, was er offensichtlich schon lange anstrebt? Wenn die Ausnutzung des neuen Gebäudes dann geringer sein sollte, als vorgesehen, könnten die Räumlichkeiten im Untergeschoss wahrscheinlich ohne große Probleme wie die im Obergeschoss genutzt werden, nämlich von der Gemeindeverwaltung.

Die Bürgerinnen und Bürger Nottulns, haben aufgrund der hohen Verschuldung ihrer Gemeinde Nottuln, deren Konsequenzen sie vor kurzem gleich zweimal hintereinander, enorm zu spüren bekamen, ein Recht darauf, sich jederzeit über den aktuellen Gesamtschuldenstand der Gemeinde und die daraus für sie resultierende Prokopfverschuldung zu informieren. Ein aktualisiertes Schuldenbarometer (in grafisch, aussagekräftiger Form, siehe oben links) auf der Start-Webseite ist ein demokratisches Instrument, das sie ohne Umschweife sofort und rechtzeitig informiert, damit sie überhaupt ihre demokratischen Möglichkeiten wahrnehmen können. 

Öffentlicher Antrag gem. GO NRW an den Bürgermeister 
Unsere Redaktion, bzw. wir als Nottulner Bürger, werden daher einen Antrag gem. § 24 Gemeindeordnung NRW an den Bürgermeister und die Verwaltung Nottulns stellen und sie bitten, diesen Antrag dem zuständigen Ausschuss und dem Gemeinderat zur Diskussion und Abstimmung vorzulegen. Die Ausschuss- und  Gemeinderatsmitglieder bitten wir für die Realisierung dieses demokratischen Instruments um Zustimmung. Es ist ein wertvoller Beitrag für alle Bürgerinnen und Bürger Nottulns, die von den Ratsmitgliedern und den sachkundigen Bürgern im Gemeinderat vertreten werden, aber auch für letzgenannte selbst.

Viel Macht in einer Person gebündelt
Letztendlich ist Thönnes politischer Repräsentant der Gemeinde, Vorsitzender des Gemeinderates  sowie Chef der gesamten Gemeindeverwaltung. Da ist ganz viel Macht in einer Person gebündelt. Damit muss ein Bürgermeister sehr vorsichtig und verantwortlich umgehen, schließlich gibt er nicht sein eigenes Geld, sondern das der Bürgerinnen und Bürger Nottulns aus. Ob ihm das jeden Tag bewusst ist, scheint fraglich – das wird auch durch die Leserbriefe in den Westfälischen Nachrichten (WN) deutlich.
Deshalb bedarf es einer sehr kritischen Haltung des Gemeinderates, der inhaltlich und gewissenhaft alles nachprüft, bevor er sich entscheidet, gerade bei einem so davon galoppierenden Bürgermeister. Natürlich müssen ihm dazu nachprüfbare, nachvollziehbare Unterlagen vorliegen, insbesondere was die Finanzierung des Projektes betrifft! Mit der Begründung, es könnten öffentliche Mittel verfallen, wenn sie nicht schnell beantragt werden, sollte der Rat sich nicht unter Druck setzen lassen und voreilige Entscheidungen fällen. Übrigens: Auch die Rolle rückwärts ist Bestandteil von Gemeindepolitik. 

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

(Artikel ergänzt am 25.7.2026)

 

 

 

 

Beurteilung des Vorhabens aus der Sicht des Immissionsschutzes (Lärm)

Rechtsgrundlagen: 
1. Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge (Bundes-Immissionsschutzgesetz - BImSchG).
2. Achtzehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Sportanlagenlärmschutz-Verordnung). Im Allgemeinen wird der Freizeitlärm wie auch der Sportlärm nach dieser Verordnung beurteilt. Sie ist wohl die geeignetste, verbindliche und anerkannte gesetzliche Regelung hierfür.
In diesem Zusammenhang ist auch die "Geräuschprognose" des Ingenieurbüros vom 23.02.2026 Grundlage dieser Stellungnahme.

Sportanlagen und Freizeitanlagen sind in der Regel nicht genehmigungsbedürftige Anlagen im Sinne des BImSchG. Neben den baurechtlichen Voraussetzungen besteht aber die allgemeine Grundpflicht aus § 22 Abs. 1 des BImSchG, wonach schädliche Umwelteinwirkungen zu vermeiden oder zu vermindern sind, soweit dies nach dem Stand der Technik möglich ist.  Unvermeidbare schädliche Umwelteinwirkungen sind auf ein Mindestmaß zu beschränken.
Schädliche Umwelteinwirkungen liegen übrigens dann vor, wenn die Nachbarschaft oder die Allgemeinheit erheblich belästigt werden. Die Erheblichkeit einer Lärmbelästigung hängt nicht nur von der Lautstärke der Geräusche ab, sondern auch wesentlich von der Nutzung des Gebietes, auf das sie einwirken, von der Art der Geräusche und der Geräuschquellen sowie dem Zeitpunkt (Tages- oder Nachtzeit, bei Sportanlagen auch in der Ruhezeit) oder der Zeitdauer der Einwirkungen. So können beispielsweise die Abstände von einer Sportanlage zu einer Wohnbebauung in einem Gewerbegebiet oder auch Mischgebiet aufgrund der dort zulässigen höheren Lärmrichtwerte geringer sein, als zu einem Allgemeinen oder gar Reinen Wohngebiet, für das wesentlich niedrigere Lärmrichtwerte gelten.

Bei der Skateranlage in Nottuln finden aber aufgrund der Standort-Planung durch die Gemeindeverwaltung die Immissionsrichtwerte für ein nahliegendes Allgemeines Wohngebiet Anwendung. Dort gelten folgende Grenzwerte (Beurteilungspegel) außerhalb von Gebäuden:
Tags (außerhalb der Ruhezeiten, 06:00 – 20:00 Uhr): 55 dB(A) Nachts (22:00 – 06:00 Uhr): 40 dB(A). Innerhalb der Ruhezeiten, tagsüber an Sonn- und Feiertagen (07:00 - 09:00, 13:00 - 15:00 Uhr) sowie werktags (06:00 - 08:00, 20:00 - 22:00 Uhr) gelten strengere Regelungen. Das heißt, dass in diesen Zeiten der Immissionsrichtwert um 5 dB(A) niedriger sein muss. 
Doch das war einmal! Leider hat man bei der Novellierung der 18. BImSchV im Jahre 2017 diese vernünftige Regelung insoweit geändert, dass der niedrigere Immissionswert nur noch werktags in den Morgenstunden von 06:00 - 08:00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 07:00 - 09:00 Uhr gilt. Alle anderen Ruhezeiten finden keine Berücksichtigung mehr, obwohl sie in der Verordnung immer noch aufgeführt sind. 
Somit wurden die Immissionsrichtwerte für die abendlichen Ruhezeiten von 20 - 22 Uhr sowie die Ruhezeiten an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 15 Uhr an die tagsüber geltenden Werte außerhalb der Ruhezeit angepasst. Natürlich mit fatalen Folgen für die Anlieger, die jetzt die um 5 dB(A) höher liegenden Werte, auch in den jetzt nicht mehr berücksichtigten Ruhezeiten, ertragen müssen. Nur mal zum Vergleich: Die Erhöhung des Lärmpegels um 10 dB(A) bedeutet empfindungsgemäß, die Verdopplung der Lautstärke.

Gemäß weiterer Regelungen dürfen kurzzeitige Geräuschspitzen tagsüber den Richtwert um nicht mehr als 30 dB(A) und nachts um nicht mehr als 20 dB(A) überschreiten. Und bei seltenen Ereignissen dürfen bis zu 18 Kalendertage im Jahr höhere Pegel - tagsüber bis zu 70 dB(A) - zulässig sein.

Trendsportarten
Gerade die Trendsportart Skaten bringt aufgrund der speziellen Geräuschentwicklung Konfliktpotenzial mit sich, denn Skateranlagen erzeugen Lärm, der in der Nachbarschaft, insbesondere in Wohngebieten, als sehr störend empfunden wird. Die Hauptgeräusche sind Rollgeräusche auf Beton, Aufschläge bei Sprüngen (Ollies) oder Beton-Coping in Rampen. Anwohnerproteste hiergegen führen oft zu gerichtlichen Auseinandersetzungen, besonders, wenn Skateranlagen in der Nähe von Wohngebieten entstehen.

Deswegen gibt es aus Gründen des Immissionsschutzes, aber auch der Kosteneinsparung, eine sinnvolle Reihenfolge der Maßnahmen, um von vornherein dieses Konfliktpotenzial und auch dadurch entstehende Folgekosten zu vermeiden. Das sind:

1. Die Standortplanung
Der Standort muss äußerst sorgfältig gewählt werden. Die direkte Nähe zu Wohngebieten sollte vermieden werden.

2. Die Abstandswahrung
Ist die Nähe zu einem Wohngebiet absolut unvermeidbar, sollte ein Abstand von mindestens 160 Metern zu Allgemeinen Wohngebieten eingehalten werden (Empfehlung der Landesumweltämter).

3. Die Errichtung von Lärmschutzwällen/Lärmschutzwänden
Aufgrund der hohen Podeste einer Skateranlage und der physikalischen Tatsache, dass sich Schall kugelförmig ausbreitet, müssen die Lärmschutzwälle/-wände natürlich eine bestimmte Höhe haben und sie müssen so nahe wie möglich an der Schallquelle errichtet werden, um ihre Wirksamkeit zu entfalten. Das führt natürlich zu weiteren, nicht unerheblichen Kosten, die aber bereits bei der Planung der Anlage mit eingerechnet werden müssen. Aufgrund des geringen Abstandes zur Wohnbebauung (bei der geplanten Nottulner Skateranlage nur rund 90 Meter) und des in der Immissionsprognose angegebenen Beurteilungspegels am nächstgelegenen Wohnhaus von 54,8 dB(A), der nur 0,2 dB(A) unter dem zulässigen Immissionsrichtwert von 55 dB(A) liegt, wird die Installierung von Lärmschutzwällen oder Lärmschutzwänden sicherlich unvermeidlich sein.

4. Nutzungsregeln/Betriebszeitregelungen
Es sind die schlechtesten aller Maßnahmen, da sie vom täglichen Verhalten der Nutzer abhängig sind. Solche Maßnahmen sind nur dann wirksam, wenn sie regelmäßig, also täglich über die gesamte Betriebszeit, kontrolliert werden, was in der Regel nicht möglich und viel zu kostspielig ist. Beispiel Skateranlage in Nottuln: Diese Anlage darf nur von fünf Benutzern gleichzeitig genutzt werden. Darauf stützt sich die ganze Immissionsprognose (Hochrechnung), weil sonst die Immissionsrichtwerte offensichtlich nicht eingehalten werden können. Aller Wahrscheinlichkeit nach reicht nur ein Benutzer mehr aus, um den in der Immissionsprognose genannten Beurteilungspegel von 54,8 dB(A) so zu überschreiten, dass der zulässige Immissionsrichtwert von 55 dB(A), tagsüber nicht mehr eingehalten werden kann.

Fazit:
Um das beschriebene erhebliche Konfliktpotential und dadurch entstehende Kosten und gerichtliche Auseinandersetzungen von vorneherein zu vermeiden, sollte im Interesse der Gemeinde, der Politik, und der Finanzen sowie natürlich mit Rücksichtnahme auf die betroffenen naheliegenden Anwohner die Reihenfolge der geschilderten Maßnahmen 1 bis 3 unbedingt eingehalten werden. Es darf von vornherein erst gar nicht möglich sein, dass die zulässigen Immissionsrichtwerte überschritten werden können! Das muss 1. durch die Auswahl eines geeigneten Standortes, 2. durch die Abstandswahrung, und 3. durch die Errichtung von Lärmschutzwällen oder Lärmschutzwänden geschehen.
Betriebliche Vereinbarungen, wie die Anzahl der gleichzeitigen Nutzer festzulegen, helfen da nicht weiter, sondern sind der falsche Weg, will man auf der sicheren Seite stehen. Das zeigt auch schon die Aussage des Verfassers der Immissionsprognose in seiner Zusammenfassung auf Seite 14 auf: bei einer bestimmungsgemäßen Nutzung sind keine höheren Geräuschimmissionen im Bereich der relevanten schutzbedürftigen Nutzungen zu erwarten.

Das sogenannte, Schönrechnen, auch das finanzielle, um ein Vorhaben schnell durch die Politik zu bringen, endet letztendlich im bösen Erwachen. Diese Erfahrung mussten der Bürgermeister, die Gemeinde und die Politiker erst wieder kürzlich machen, als für die Errichtung des Auszubildenden-Wohnhauses am Appelhülsener Bahnhof rund zwei Drittel der Gesamtkosten (rund 800.000 Euro) nachfinanziert werden mussten. Von weiteren Erfahrungen dieser Art ist aufgrund der desolaten Haushaltslage von Nottuln, deren Haushalt gerade innerhalb der letzten Wochen mit weiteren Schulden belastet wurde, dringend abzuraten.
Was sagte uns letztens noch ein Nottulner Bürger: "Mir zittern schon langsam die Hände, wenn ich in der Tageszeitung den Nottulner Ortsteil aufschlage: Wieviel Schulden kommen denn heute wieder dazu?"

P.S. Beide Artikel (Teil 1 und 2) wurden an die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderates Nottuln per E-Mail versendet, mit der Bitte, sie umgehend an die Fraktionsmitglieder weiterzuleiten.

Mit besten Grüßen
Ihre Redaktion

Billerbeck hat gute Ideen und vor allem zwei ausgezeichnete Kaffees

Billerbecker haben wirklich gute Ideen! Wir kamen selbst gerade vom Kaffeetrinken, denn Billerbeck hat gleich zwei ausgezeichnete Kaffees, Nottuln nicht mal mehr eines. Und trotzdem haben die Billerbecker in einem gemütlichen Eckchen auf dem Johannikirchplatz ein Plauderbänkchen aufgestellt.

Und das wird gerne angenommen, wie wir gestern feststellen konnten. Zwei „Plaudertaschen“ hatten sich darauf niedergelassen und ihre ersten Eindrücke ausgetauscht, die sie bei der Besichtigung des Billerbecker Stadtkerns gewonnen hatten. Die beiden freundlichen Damen kamen aus Neunkirchen (bei Köln) und waren von so vielen Sehenswürdigkeiten und netten Billerbeckern offensichtlich begeistert. Kaffee trinken waren sie übrigens auch schon, das gehört absolut dazu, wie sie uns versicherten.

Natürlich haben wir die beiden Damen auch in unser historisches Dorf nach Nottuln eingeladen, aber vorgeschlagen, es sich doch besser erst im Sommer anzusehen. Leider sieht der historische Teil, gerade jetzt  zu Ostern, eher wie eine Baustelle aus. Das haben uns die beiden auch versprochen.
Vielleicht gibt es bis dahin auch schon wieder ein gemütliches Kaffee, denn das fehlt in Nottuln mehr als vieles andere! Eine breite Öffentlichkeit würde sich sicherlich sehr darüber freuen und eben auch die Touristen! Ein Kaffee, in dem man bei schlechtem Wetter drinnen und bei gutem Wetter draußen sitzen und eine gute Auswahl von Obstkuchen und Torten genießen kann, darf in so einem historisch wertvollen Städtchen kein Traum bleiben.

Übrigens: Wenn Sie mehr über das wunderschöne historische Nottuln erfahren möchten, dann schauen Sie doch einfach mal oben unter dem Button "Denkmalschutz" nach. Dort finden sie viele bebilderte Artikel wie beispielsweise https://www.nottuln-blickpunkt.de/461-denkmalschutz-im-historischen-ortskern-teil-3.

Unsere Redaktion wünscht allen Nottulnesen, aber auch allen Familien in den Nachbargemeinden Billerbeck, Havixbeck und Senden (alles sehr sehenswerte Orte) ein friedliches, erholsames Osterfest mit hoffentlich viel Sonnenschein. Einen hübschen Osterhasen haben wir auch für Sie eingestellt.

Ihre Redaktion

Karin und Jürgen Gerhard

Jugend muss an die Politik herangeführt werden

Das ist keine Frage, sondern eine Feststellung! Insofern wurde von Politikern und der Gemeinde fast alles richtig gemacht! Einige Wünsche der Jugendlichen wurden durch die Gemeinde bereits erfüllt, wie beispielsweise die Anschaffung eines Containers, in dem sie sich alleine und unbeaufsichtigt von den "lästigen" Erwachsenen entfalten können (Haushaltsansatz 50.000 Euro). Zum geplanten Basketballcourt steuert die Gemeinde ebenfalls einen Betrag von 35.000 Euro bei. Es waren und sind allerdings Wünsche, die von der Gemeinde bei ihrer derzeit hohen Verschuldung noch finanzierbar waren.
Nun steht der Wunsch einer Gruppe Jugendlicher im Raum, eine Skateranlage zu bauen und zu finanzieren, die mit rund einer halben Million Euro zu Buche schlägt. Abzüglich der Förderung verbleibt nach Auskunft des Kämmerers Dominik Bomholt gegenüber unserer Redaktion, ein Eigenanteil von 279.000 Euro bei der Gemeinde Nottuln. Aufgrund der derzeit immensen Kostensteigerungen auf dem Bausektor ist es wohl realistisch, bis zum Baubeginn mit einer Verteuerung von mindestens 20 % der veranschlagten Kosten zu rechnen. Außerdem können in der Regel weitere, momentan nicht kalkulierbare Kosten anfallen. Das weiß ein Jeder, der ein Haus gebaut hat. Die derzeitige politische Weltlage lässt weitere Kostensteigerungen befürchten.

Wenn ich mich an meine Jugend zurückerinnere, so hatten wir auch so unsere Wünsche, diese waren aber kleiner dimensioniert. Damals war ich Mitglied im Leichtathletikverein und wir liefen unsere Kurzstrecken noch auf einer Aschenbahn. Um einigermaßen vernünftig starten zu können, wünschten wir uns ganz normale Startblöcke. Nach geraumer Zeit des Wartens bekamen wir sie dann auch, da wir bis dato ohne, oder aus selbst gegrabenen Startlöchern, starten mussten. Mit dem Fußball pölten wir übrigens auf Ascheplätzen, das bezeugen noch immer unsere Kniee, Gott sei Dank nur optisch.

Doch die Zeit bleibt nicht stehen. Wenn wir uns heute die sportliche und freizeitliche Infrastruktur in Nottuln anschauen, und das mitten im Ortskern, dann bleibt einem erst einmal die Luft weg: Kunstrasenplätze und Tartanbahnen, soweit das Auge reicht, und sogar ein Wellenfreibad. Allein 15 Sportarten können in Nottuln ausgeführt werden, in Schapdetten sogar das Bogenschießen. Wir haben das in unserem "Bildband Nottuln, ein starkes Stück Heimat" entsprechend gewürdigt. Da müsste man eigentlich wunschlos glücklich sein, aber ein Wunsch bleibt bekanntlich immer, und der heißt offensichtlich "Verwirklichung einer Skateranlage".

Doch diese muss erstens finanzierbar sein und zweitens muss die immissionsträchtige Anlage an einem Standort errichtet werden, an dem sie nicht dauernd zu berechtigten Nachbarbeschwerden führt. So einen Standort meinen wir, in unserer Nachbargemeinde Senden gefunden zu haben. Dort wurde in diesem Jahr der Bau einer modernen Skateranlage abgeschlossen. Wir haben sie als Beispiel ausgewählt, damit Sie nachvollziehen können, wie eine vernünftige Planung und Ausführung solch einer immissionsträchtigen Anlage mit Rücksichtnahme auf die Anlieger ausgeführt werden kann. Dabei hat man sich unseres Erachtens, so unser erster Eindruck, einen Standort mit vernünftigen Abständen zur Wohnbebauung gewählt, und  trotzdem bauliche Schallschutz-Maßnahmen (Lärmschutzwälle mit zusätzlicher Erhöhung durch Palisadenwände) umgesetzt. Standort- und Imissionsschutzmäßig mäßig wurde hier wahrscheinlich alles richtig gemacht, siehe Bilder links. 

Durch die Verfahrensweise bei der Planung und Ausführung der Anlage wird deutlich, dass sich die Gemeinde Senden den sonst zu erwartenden Ärger sowie berechtigte Nachbarbeschwerden und sicherlich auch langwierige, kostenträchtige Gerichtsprozesse ersparen möchte. Sie setzt offensichtlich mehr auf ein friedliches, konstruktives Miteinander mit ihren Bürgern und beteiligt sie rechtzeitig. In Nottuln hört man seitens der Verwaltung immer öfter den Hinweis auf das Verwaltungsgericht. 

Bleibt die Frage der Finanzierbarkeit für diese Anlage. Doch diese hat sich in der vergleichbaren Nachbargemeinde Senden mit ebenfalls rund 20.000 Einwohnern wahrscheinlich erst gar nicht gestellt, bzw. konnte sie positiv beantwortet werden. Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung in 2024 von gerade einmal 82 Euro ist sie natürlich keinesfalls vergleichbar mit Nottuln. Hier hat sich die Pro-Kopf-Verschuldung von 2020 bis 2025 vervierfacht und beträgt immerhin fast 2000 Euro, das ist rund das 25-fache von Senden.
Die Gemeinderatsmitglieder in Nottuln stehen gegenüber den Nottulner Bürgerinnen und Bürgern vor einer verantwortungsvollen Entscheidung, die sie demnächst, vielleicht schon am 28. April, treffen können. Doch Politik ist kein Wunschkonzert, sie muss sich im Rahmen des gesetzlich Zulässigen, Machbaren und Finanzierbaren bewegen, das müssen wir alle, auch unsere Jugendlichen, begreifen und akzeptieren.

Unsere Redaktion wird sich bis dahin mit der Lärm-Immissionsprognose und deren Vereinbarkeit mit der 18. BImschV am vorgeschlagenen Nottulner Standort auseinandersetzen. Unserem ersten Eindruck nach, scheint hier nicht alles plausibel zu sein. Vor allem macht uns der geringe Abstand zur naheliegenden Wohnbebauung Sorgen. Umweltämter empfehlen bei Skater-Neuanlagen grundsätzlich eine Entfernung von 160 Metern zu Allgemeinen Wohngebieten, um die gesetzlichen Lärm-Grenzwerte in vollem Umfang von vornherein einzuhalten. Die Gemeinde Nottuln sieht das offensichtlich anders und sieht bei wesentlich geringerem Abstand nicht einmal Lärmschutzwälle/-wände vor, die natürlich die Investitionskosten weiter in die Höhe treiben. Doch das alles bleibt einer endgültigen Prüfung und ggf. einer Rücksprache und Abklärung mit dem Ersteller der Immissionsprognose vorbehalten. 

Wir haben bereits vor Jahren, aufgrund der Bitte einer Ratsfraktion, ein Lärmgutachten einer Plausibilitätsprüfung unterzogen. Damals ging es um die "alte" Sportanlage im Nottulner Ortskern und die Frage, ob sie aus immissionsrechtlichen Gesichtspunkten am jetzigen Standort verbleiben kann. Der Gutachter sagte Nein! Bei unserer Prüfung stellten wir aber fest, dass der Gutachter unter anderem vergessen hatte, den Altanlagenbonus mit einzubeziehen. Um es abzukürzen: Es hieß letztendlich, die Anlage kann jetzt doch bleiben. Später wurde noch eine Lärmschutzmauer errichtet, was natürlich sinnvoll ist. Denn selbst bei Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Lärmrichtwerte sind und bleiben die Lärmeinwirkungen von Sportanlagen am Wohnort für die Anlieger störend. Das gilt insbesondere für die impulshaltigen, kurzen Lärmspitzen, die typischerweise auch bei Skateranlagen auftreten. Auch das sollten die Ratsmitglieder in ihre Entscheidung einfließen lassen, auch wenn sie selbst nicht an einer solchen Anlage wohnen.
Jahrzehntelange Erfahrungen diesseits mit den Nottulner Sportanlagen im Ortskern, sind ausreichend bekannt und sollten sich nicht an anderer Stelle wiederholen.

Was vornehmlich Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes - angesichts der akuten Bedrohung durch das Haushaltssicherungskonzept - dringend zur Kenntnis nehmen muss, ist, dass nur solche Vorschläge in den Gemeinderat eingebracht werden, die ohne weitere hohe Verschuldung der Gemeinde finanzierbar sind. Und das trotz Zuwendungen aus Förderungsprogrammen, die natürlich auch Senden für seine Skateranlage bekommen hat. Ausgerechnet unter seiner Führung der Amtsgeschäfte seit 2020 hat sich die desolate Haushaltslage in Nottuln ergeben, und das trotz seiner zweimaligen eklatanten Erhöhungen der Grundsteuer B für Eigenheimbesitzer in den letzten beiden Jahren.

Die anderen Baumbergegemeinden haben trotz wesentlich niedrigerer Grundsteuererhöhungen viel geringere Schulden, siehe hierzu auch unseren veröffentlichten Artikel https://www.nottuln-blickpunkt.de/768-zur-buergermeisterwahl-thema-finanzen-haushalt-hohe-pro-kopf-verschuldung.

Das Ergebnis unserer Plausibilitätsprüfung, dieses Mal einer Lärmimmissionsprognose, die übrigens erst vom 23.2.2026 stammt und um die wir wiederum gebeten wurden, wird vor dem Ratsbeschluss veröffentlicht. Abschließend möchten wir noch anmerken, dass unsere Redaktion in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Mobilität schon den Eindruck hatte, dass niemand den Jugendlichen von vorneherein etwas verwehren wollte, das wollen wir auch nicht. Doch sind die Ausschussmitglieder verpflichtet, nicht nach Sympathie zu entscheiden, sondern nach der Sachlage und den Fakten. Deshalb haben neben denen, die erst einmal zugestimmt haben, doch einige ihre erheblichen Bedenken aus Gründen der Finanzierung und des Immissionsschutzes angemeldet. Das ist richtig und bleibt aus Sicht der geschilderten Sachlage absolut verständlich und nachvollziehbar.

Fortsetzung (Teil 2) folgt.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion

Zwei Bilder sagen mehr als tausend Worte

Unsere Redaktion hat sich jahrelang bemüht, zu verhindern, dass die Eiben vor den drei Kurien auf dem Stiftsplatz abgeholzt werden. Noch am 15.2.2026 haben wir den Gemeinderat schriftlich gebeten, ihren alten Beschluss so abzuändern, dass bei gleichzeitiger Anlegung der Staudenbeete, die Eiben schonend zurückzuschneiden und zu erhalten sind. Wir haben daraufhin leider keine Reaktion vom Gemeinderat erhalten. Gestern, am 23.2.2026, wurden sie dann gnadenlos abgeholzt.

Wir verweisen noch einmal auf unseren letzten Artikel unter folgendem Link: https://www.nottuln-blickpunkt.de/798-krachende-niederlage-des-buergermeisters-mit-nachtrag-kompromiss.
Weitere Artikel hierzu finden Sie unter dem Button: "Gemeinde". In allen Artikeln haben wir mit Fakten auf die wertvollen, vielseitigen ökologischen Eigenschaften der Eiben hingewiesen. Auch ihre historische Bedeutung, im Zusammenhang mit den von Johann Conrad Schlaun geplanten und erstellten Gebäuden, haben wir dargestellt und nicht zuletzt mit entsprechenden Fotografien untermauert.

Besonders bemerkenswert fanden wir, dass, nachdem die Bezirksregierung Münster den Förderantrag auf finanzielle Mittel der Gemeinde Nottuln abgelehnt hatte, der  gleiche Antrag von der KfW genehmigt wurde. Nachfragen blieben ergebnislos, die KfW lehnte Auskünfte an die Presse mit dem Hinweis auf ihr Bankgeheimnis ab. Näheres hierzu finden Sie ebenfalls in den bisher eingestellten Artikeln.

Es ist schon erstaunlich, wie heute mit den Bürgerinnen und Bürgern von der Gemeinde Nottuln umgegangen wird. Aber ihren Zweck erreicht sie offensichtlich doch: Ihre Handlungsweise hat mittlerweile eine abschreckende Wirkung! Verwunderlich ist nur, dass unsere Volksvertreter im Gemeinderat das mehrheitlich fast alles sanktionieren (gutheißen, zustimmen). Eine gravierende Folge dessen ist, dass sich die Menschen mit dem Argument: "Die da oben machen ja sowieso, was sie wollen" immer mehr hinter ihren Gartenzaun zurückziehen. Die Demokratie bleibt auf der Strecke und mit ihr das Volk, das ihre Volksvertreter brav wiederwählt. Dabei wundern sich diese doch tatsächlich, dass seit vielen Jahren die Wahlbeteiligung immer geringer wird.

Was hat sich doch Nottuln seit der Zeit, als noch Gemeindedirektor Joseph Moehlen hier so positiv wirkte, verändert! Eine alteingesessene Landwirtsfamilie sagte einmal zu uns gewandt: "Manchmal bauen ja auch andere Gemeinden Mist, aber Nottuln weiß immer noch eins oben drauf zu setzen."
Wie wahr, wie wahr das leider ist! Das sieht man im Vergleich zu den Nachbargemeinden allein an dem exorbitanten Schuldenzuwachs der Gemeinde Nottuln, der in den letzten beiden Jahren um fast das Doppelte gestiegen ist. Lag die Pro-Kopf-Verschuldung Ende 2023 noch bei 1000 €, so liegt sie jetzt schon bei 1900 €.

Aber es ist unser Geld, das Geld jeder einzelnen Bürgerin und jedes einzelnen Bürgers, das die Gemeinde ausgibt, und es ist auch unser aller Nottuln.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

 

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