Blickpunkt Nottuln
12.06.2024
Blickpunkt Nottuln
Gemeinde

Aufmarsch und Präsentation auf dem Stiftsplatz am Sonntag, dem 9. Juni um 13.15 Uhr

Hallo Schützenbrüder und -freunde,

wir zeigen Ihnen unten in der Bildergalerie (Diaschau) Fotografien vom Aufmarsch der Schützenbrüder und ihrer Präsentation auf dem Stiftsplatz in Nottuln. Das gemeinsame Schützenfest findet bereits seit dem Jahre 2019 - also zum 6. Mal - in Nottuln statt.

 Weiterer Ablauf des Schützenfestes:

Sonntag 9. Juni
- nach dem Aufmarsch/Präsentation Abmarsch zum Königsschießen
- um ca. 16:30 Uhr Rückmarsch ins Stiftsdorf und Vorstellung der neuen
  Könige mit Fahnenschlag - Stiftsplatz
- um 20:00 Uhr Königsball - Festzelt auf dem Stiftsplatz
- ca. 20:30 Uhr Polonaise - Stiftsdorf

Montag, 10. Juni
- um 10:00 Uhr Heilige Messe - St. Martinus Kirche
- um 11:00 Uhr Gemeinsames Frühstück mit anschließendem
  Kneipenrundgang - Festzelt auf dem Stiftsplatz
- ca. 18:00 Uhr Abschlusspolonaise - Stiftsdorf

Die Redaktion wünscht allen Beteiligten ein erlebnisreiches, fröhliches Schützenfest 2024.
Die bisher eigestellten Fotografien werden noch durch Textlegenden ergänzt.

Mit besten Grüßen
Karin und Jürgen Gerhard

Kultur

Königin Laura Walczak mit Ihrem Königsbräutigam Henning Termersch sind das Kinderkönigspaar 20024

Die Sonne schien zwar nicht vom Himmel, aber das tat dem Kinderschützenfest, das von der Martini - und Antonibruderschaft bereits zum zweiten Mal durchgeführt wurde, keinen Abbruch. Erwartungsvolle Schützinnen und Schützen hatten sich auf dem Schießstand am Bagno getroffen, um ihre Schießkunst unter Beweis zu stellen.
Unterstützung bekamen sie von Ihren Eltern und natürlich den Schießwarten der Bruderschaften, die die kleinen Schützen einwiesen, wobei die Schützinnen auch gut vertreten waren, wie sich später noch herausstellen sollte. Geschossen wurde allerdings nicht mit "scharfen" Waffen, doch immerhin mit einem Druckluftgewehr und Pfeilen.

Als Ziel diente ein eleganter Schützenadler, der aus ganz vielen Einzelteilen bestand und vom erfahrenen Vogelbauer Hendrik Böing auf einer Platte mit Magneten montiert war. Am überdachten Schießstand herrschte großer Andrang und es zeigte sich sehr schnell, dass nicht nur die "Männer" etwas vom Schießen verstanden, wenn die Einzelteile des Adlers auf dem Boden landeten. Irgendwie hatten alle ihre Freude daran, es gab reichlich Beifall und die Kindergesichter strahlten sehr viel Zuversicht aus.

Doch auch um den Schießstand herum kümmerten sich die Schützenbrüder und ihre Frauen um den Nachwuchs, sei es beim Nagel einschlagen in einen Holzbalken oder beim Springen in der Hüpfburg. Für Essen und Trinken war ebenfalls gut gesorgt. Und irgendwann war es so weit, auf der Zielplatte war nur noch ein Fitzelchen vom mächtigen Adler zu sehen und viele dachten, wer soll das den wohl noch treffen - innerlich hatte man sich schon auf einen längeren Wettkampf eingestellt.
Doch weit gefehlt, der nächste Schuss, ein richtiger Kracher und den Adler gab es plötzlich nicht mehr. Die glückliche und treffsichere Königin war Laura Walczak, die auch gleich Ihren Königsbräutigam Henning Termersch bei der Hand nahm, ein hübsches Kinderkönigspaar 2024 der Antoni - und Martinibruderschaft!

Das Kinderschützenfest der Nottulner Bruderschaften scheint eine feste, sich jährlich wiederholende, fröhliche Einrichtung geworden zu sein, und das hat seine Berechtigung, wie es sich gestern wieder einmal erwies.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Betrachten der Bilder mit Textlegenden in der nachfolgenden Galerie (Diaschau).

Mit besten Grüßen und herzlichem Glückwunsch an das Kinderkönigspaar 2024
Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Kultur

Ein Nachmittag in der Kinderonkologie der Uniklinik Münster

"Wir HELFEN LEBEN", unter diesem Motto arbeitet die Kinderkrebshilfe Münster e. V., und das sagt eigentlich schon vieles. Doch kommt man mit den in dieser Organisation tätigen Menschen ins Gespräch, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wie wichtig und unentbehrlich die Arbeit dieses Vereins tatsächlich für die schwerkranken Kinder, ihre Eltern und Angehörigen ist, das wird einem eigentlich erst nach einem Besuch auf dieser Station wirklich bewusst.

Und dieser Besuch fand durch uns am gestrigen Donnerstag um 15:00 Uhr auf der Kinderonkologie, genauer gesagt Station 17 A West, statt. Schon einige Tage vorher hatten wir ein mulmiges Gefühl, was würde uns dort erwarten: Schwerkranke kleine Kinder, herausgerissen aus ihrem vertrauten Zuhause, die im Rahmen eine Langzeittherapie schon einige Wochen oder Monate auf dieser Station verbringen mussten. Wie gehen so kleine Dötzchen damit um - alleine der Gedanke daran machte uns traurig.
Nun standen wir vor den beiden runden riesigen Türmen der Uniklinik Münster, das ganze Gelände hinterlässt den Eindruck einer Kleinstadt. Wir kämpften uns durch schmale Gassen an Baustellen vorbei über lange Flure hindurch zu den Aufzügen.

Als die Aufzugtüren sich wieder öffneten, erwartete uns dort schon die stellvertretende Vorsitzende der Kinderkrebshilfe, Anette Blomberg, mit einem freundlichen Lächeln. Grund dieses Termins war auch die Übergabe einer Spende zugunsten krebskranker Kinder, die aus dem Verkauf eines von uns verfassten und erstellten Bildbands "Nottuln ... ein starkes Stück Heimat" resultierte, siehe auch: https://www.nottuln-blickpunkt.de/313-nottuln-ein-starkes-stueck-heimat

Anette Blomberg führte uns in eine gut ausgestattete Küche, einen Raum, indem sich auch die Eltern der erkrankten Kinder zurückziehen und sich einen Kaffee, Tee oder auch eine kleine Mahlzeit bereiten können. Dort kamen wir ins Gespräch und erfuhren viele Dinge über die Station und der hier tätigen Kinderkrebshilfe. Zwanzig Kinder und Jugendliche im Alter von fast 0 bis 19 Jahre, werden hier stationär behandelt. In ihren Zimmern wird auf Wunsch auch ein Elternteil untergebracht. Die Behandlungsdauer kann je nach Art der Krebserkrankung bis zu einem Jahr mitunter auch länger dauern.
Neben den medizinisch stationär behandelten Kindern werden in der Tagesklinik täglich bis zu 100 Patienten ambulant behandelt. Was für die Kinderonkologie der Uniklinik, insbesondere das Personal um die äußerst engagierte Leiterin Univ.-Prof. Dr. med. Claudia Rössig  aber auch für die Kinderkrebshilfe Münster spricht, dass bis zu 80 Prozent der erkrankten Kinder wieder geheilt werden können.

Bereits seit 40 Jahren begleitet die Kinderkrebshilfe Münster e. V. Familien mit krebskranken Kindern und unterstützt sie mit Rat und Tat, stationärer Ausstattung sowie medizinischen und psychosozialen Hilfsangeboten und das ganz individuell angepasst. Verschiedene Nachsorgeprojekte, Forschungsförderung und Familiennothilfe, Brückenteam und Trauerarbeit sind nur einige der Projekte, mit denen sie sich tagtäglich beschäftigt. Spender unterstützen dabei ihr ehrenamtliches Engagement in vielerlei Hinsicht ­ finanziell und ideell, so der 1. Vorsitzende Jan Schneider.
Bei einem Gang über die Station erfuhren wir, dass über die Ehrenamtlichen hinaus die Arbeit von 17 Beschäftigten, überwiegend Frauen, größtenteils durch Spenden an die Kinderkrebshilfe Münster e. V. finanziert wierden kann. Das sind Sozialpädagogen, Erzieher, Kunsttherapeuten, Psychologen, Sporttherapeuten, Sozialberater und Musikpädagogen. Selbst haben wir die Erzieherin Marlene Feilke und die Kunsttherapeutin Laura Kemper auf der Station kennengelernt, die gerade ein Mal-/Sprühprojekt vorbereiteten, das zusammen mit den Kindern durchgeführt wird.

Überhaupt fielen uns die von den Kindern mit Unterstützung der Kunsttherapeuten gemalten, farbenfrohen, hell leuchtenden Bilder in der Zentrale auf, eines haben wir für unsere Leser abgelichtet. Hier wird sofort deutlich, wie kreativ Kinder selbst unter ihrer täglichen hohen seelischen und körperlichen Belastung sein können, wenn Ihnen gute Therapeuten zur Seite stehen und ihnen helfen, ihre schwierige Situation für einige Stunden am Tag zu vergessen. Gerade die Seele von Kindern ist sehr empfindlich und so wichtig für die Genesung.

Gefreut haben wir uns über die Gitarren, und die hängen wahrhaftig nicht nur an der Wand. Dafür sorgt schon der Musiktherapeut Wolfgang Köster und das bereits seit 35 Jahren. Denn die musikalische Sprache versteht jeder, deshalb ist Musik auch so verbindend. Niemand wird hier ausgeschlossen, die Kinder haben viel Freude beim gemeinsamen Singen und Musizieren. Seine so hilfreiche Tätigkeit hat nun die Musiktherapeutin Vera Weinbrenner übernommen, doch bleibt Wolfgang Köster den Kindern und Jugendlichen als Leiter des Band-Projekts "All Of Us" erhalten.  
Auf dem Rückweg begegnete uns auf dem Flur ein kleines Mädchen auf einem "Motorrad" und schaute uns, begleitet von ihren Eltern, stolz an. Sie war noch so klein und ahnte, Gott sei Dank, noch nichts von ihrer Krankheit. Sofort kommt bei einem der Wunsch auf, dass sie die Klinik hoffentlich wieder gesund verlassen wird.

Die Tätigkeiten der einzelnen Therapeuten, Erzieher und Psychologen sind so vielseitig und umfangreich, sodass wir sie in diesem Artikel nicht alle nennen und beschreiben können - sehen Sie uns das bitte nach. Doch das geschieht in ansprechender Art und Weise in dem von der Kinderkrebshilfe Münster e. V. herausgegebenem Magazin "Fußstapfen". Hier kommen nicht nur die Therapeuten, sondern auch die Kinder, von denen viele geheilt aus der Onkologie der Uniklinik entlassen werden konnten, in ihrer ganz eigenen Sprache zu Wort - Dankeschön dafür. Die bereits veröffentlichten, sehr lesenswerten Exemplare können auch auf der Webseite der Kinderkrebshilfe eingesehen werden unter: https://www.kinderkrebshilfe-muenster.de/ (Button: Infos).

Dort erfahren Sie viel mehr Wissenswertes über die Aktivitäten dieses Vereins, der für die so schwer erkrankten Kinder und Ihre Eltern, aber auch für die Uniklinik so unentbehrlich geworden ist. Auch der Verbleib der Spendengelder wird dort offengelegt. Und falls Sie ganz spontan oder auch später eine Spende überweisen möchten, so können Sie sich gerne an die hilfsbereite und freundliche Diana Deichmöller vom Büro der Kinderkrebshilfe unter der Telefon-Nr. 0251 - 835 4283 wenden. Die Kontoverbindungen finden Sie aber auch direkt unter: https://www.kinderkrebshilfe-muenster.de/kontoverbindungen/

Unsere Redaktion würde sich freuen, wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, einen kleinen Einblick in die Kinderkrebsstation der Uniklinik Münster und die so hilfreichen und unentbehrlichen Tätigkeiten der dort tätigen Kinderkrebshilfe Münster e. V. bekommen haben. Helfen auch Sie bitte mit, denn gemeinsam helfen wir, so junges Leben zu bewahren und wieder lebenswert zu gestalten.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

 

 

 

 

Natur/Umwelt

Nützliche Lupinen im Familienwald umgemäht

Egal ob weiß, gelb, blau oder pink, die langen Blüten fallen überall auf und sind eine echte Zierde. Aber noch wichtiger als optische Reize ist, was in den Blüten steckt: Lupinen sind besonders reich an Nektar und daher ein Tummelplatz für Hummeln und Bienen. So oder so ähnlich ist es im Internet und auch in Fachbüchern nachzulesen. Das scheint in der Gemeinde Nottuln offenbar noch nicht bekannt zu sein, denn am Pfingstwochenende existierte die Lupinenwiese, deren Blüten sich gerade öffneten, unter den Bäumen des Familienwaldes schon nicht mehr.
Hier hat, wer auch immer, ganze Arbeit geleistet, wie man auf dem zweiten Bild sieht. Das restliche Grün ist von der Sonne verbrannt - von den hierbei getöteten Insekten ganz zu schweigen. Wir vermuten, dass es Beschäftigte der Gemeinde waren, da die bisherigen Schnittarbeiten an den Bäumen und Sträuchern im Familienwald auch schon durch die Gemeinde durchgeführt worden sind. Zumindest muss sie als Eigentümer des Geländes den Auftrag hierzu erteilt haben.

Unsere Redaktion hatte gerade den ersten Teil unseres Artikels "Das Feuchtgebiet Nonnenbachtal hat eine hohe Bedeutung für die Ökologie, den Klima- und Hochwasserschutz" in den Nottulner Blickpunkt eingestellt. Aufgrund der aktuellen Entwicklung haben wir uns entschlossen, den Teil 2 dem speziellen Thema Pflanzenwelt im und um den Familienwald zu widmen. Bereits vor einigen Jahren mussten wir feststellen, dass auf einer Wiese direkt hinter dem Familienwald über 100 Karden nicht nur umgemäht, sondern auch mit der Wurzel ausgegraben wurden, obwohl auch diese Pflanzen während der Blütezeit reichlich Insekten aufsuchten.

Denn auch blühende Karden, übrigens auch Heilpflanzen, sind schon immer nicht nur ein optischer Genuss. Grundsätzlich sind sie wichtige Nutzpflanzen für Schmetterlinge wie Pfauenauge sowie auch Hummeln, diese sind sehr oft auf den Blüten anzutreffen (siehe auch Bilder in der anschließenden Galerie/Diaschau). Darüber hinaus sammeln sie in ihren trichterförmigen Stängelbättern Regenwasser für Vögel. Eine Vogelart hat sich ganz besonders auf sie spezialisiert: Die Distelfinken brauchen den Kardensamen als Winternahrung. Und zum guten Schluss bieten die abgeblühten Kardenstängel vielen Nützlingen im Winter Unterschlupf.

Uns war und ist es bis heute immer noch ein Rätsel, warum gerade von öffentlicher Seite aus so mit Nutzpflanzen beziehungsweise der Tierwelt umgegangen wird.  Erst waren es die Karden, jetzt sind es die Lupinen, was kommt als Nächstes dran und wann hört das endlich auf?

Eigentlich müsste doch gerade die öffentliche Hand eine vorbildhafte, rücksichtsvolle Position im Umgang mit der Flora und Fauna einnehmen und das auch im täglichen Umgang mit ihr zeigen. Unsere Redaktion hat diesbezüglich bei der Nottulner Gemeindeverwaltung nachgefragt und wird darüber berichten.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Natur/Umwelt

Wasserschutzgebiet und Feuchtbiotop vor der Haustür Nottulns

Das Wasserschutzgebiet im Nonnenbachtal leistet nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Trinkwasserversorgung der Nottulner Bürgerinnen und Bürger, sondern es ist auch ein Feuchtbiotop, das Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen bereitstellt. Über die Jahrzehnte hinweg konnten wir beobachten, dass es - wenn man es zulässt - sich weiter nach Norden hin ausbreitet. Das wurde und wird nicht nur durch sich neu bildende Niedrigwasserzonen deutlich, sondern auch durch die Ausbreitung von bestimmten Pflanzenarten wie "Wasserbinsen", davon gibt es übrigens 300 Arten.

In Folge verweilen auch immer mehr Tierarten hier und bereichern das Biotop im Naturschutzgebiet (NSG) Nonnwnbach/Nottulner Berg. Erst kürzlich konnten wir einen Graureiher beobachten, der sich mit einem Enterich um den besten, erhöhten Platz stritt. Der Streit war jedoch aufgrund des Größenunterschiedes schnell beigelegt. Doch kaum war der Reiher verschwunden, thronte der Enterich wieder auf dem erhöhten Sitzplatz - es ist halt, wie im richtigen Leben, auch der Mensch ist lieber oben als unten.

Ein menschliches Beispiel dafür offenbarte sich uns in San Gimignano, einem kleinen Ort im Herzen der Toskana, in der Provinz Siena gelegen. Markenzeichen dieser wunderschönen Altstadt sind dreizehn Geschlechtertürme. Auf unsere Nachfrage erzählte man uns, dass dasjenige Geschlecht, welches den höchsten Geschlechterturm besaß, auch das größte Ansehen hatte. Es ging also wieder einmal um Reputation und Prestige.
Wir stellen uns gerade vor, dass in Nottuln auch so etwas möglich ist und wären uns ziemlich sicher, die Geschlechtertürme würden vermutlich selbst heute aus der Erde sprießen, einer höher als der andere. Da hätte wahrscheinlich der Kirchturm von Sankt Martinus das Nachsehen. Gott sei Dank verhindern das hier Bebauungspläne.
Aber "Spaß" beiseite und zurück zum Naturschutzgebiet Nonnenbachtal und seiner außerordentlichen Bedeutung.

Das NSG Nonnenbachtal ist auch Naherholungsgebiet
Wer durch das Nonnenbachtal wandert, der sollte sich immer wieder Zeit nehmen um an besonders schönen Stellen zu verharren und die Landschaft, das Licht, die Farben, die natürlichen Düfte und Begebenheiten genießen. Oft muss man etwas länger hinschauen, um zu bemerken, dass aus dem hohen Gras oder Schilf zum Beispiel ein paar Rehohren (Lauscher) herausragen - genießen sie den Moment, den Augenblick. Beispiele hierfür haben wir in die anschließende Bildergalerie (Diaschau) eingestellt, sodass auch bewegungseingeschränkte Menschen sich hieran erfreuen können.

Aus aktuellem, nicht erfreulichem  Anlass haben wir uns entschlossen, erst einmal einen Teil 2 dem Familienwald und seinen Pflanzen zu widmen". Später wird es einen Teil 3 geben.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Gemeinde

Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses ohne dringlichen Bedarf

Das Jammern geht weiter: Jetzt wird plötzlich durch die harte Stuhlkante die Blutzufuhr in die Beine gestoppt oder die Bandscheiben protestieren, so in den Westfälischen Nachrichten nachzulesen.
Das ist ja wirklich ein dringliches Problem, was die Gemeindeverwaltung mit der Bestuhlung im Ratssaal hat. Sieht man sich die Fakten an, kommt man allerdings zu einem ganz anderen Ergebnis, denn der Gemeinderat tagt in der Regel nur rund 6 mal im Jahr und davon ungefähr nur 3  mal im Ratssaal. Das macht bei einer Sitzungszeit von jewels 3 Stunden insgesamt nur 9 Stunden jährlich aus.
Ansonsten fanden die Sitzungen im Foyer des Rupert-Neudeck-Gymnasiums oder in den anderen Ortsteilen, zum Beispiel in der Hofanlage Schulze- Frenking in Appelhülsen statt, übrigens alles gemeindeeigene Gebäude. Ähnliches gilt für die Ausschüsse.

Kosten möglichst gering halten ?
Und damit die Kosten möglichst gering gehalten werden, soll die wesentlich umfangreichere Bestuhlung in der Alten Amtmannei gleich mit ausgetauscht werden, obwohl sie noch größtenteils in Ordnung ist. Das ist eigentlich die Logik, die täglich in der billigen Werbung auftaucht und dem Kunden weismachen will, dass er etwas kaufen soll, obwohl er eigentlich kein Geld dafür übrig hat und es auch nicht unbedingt braucht. Das Ganze wird noch gemäß dem Motto getoppt: "Kauf gleich zwei oder noch viel mehr, umso billiger wird das einzelne Exemplar!" Offensichtlich funktioniert das immer noch.

Gerade am Haushaltssicherungskonzept vorbei geschrappt
Kurz vorher hat die Gemeindeverwaltung den Nottulner Bürgern noch klargemacht, dass die Gemeinde ins Haushaltssicherungskonzept fällt, wenn die Grundsteuern nicht extrem angehoben werden. Und kaum ist die Grundsteuer für die Eigenheimbesitzer um sage und schreibe 17 % angehoben worden, soll das von den Bürgern eingenommene Geld schon wieder mit vollen Händen von der Gemeinde ausgegeben werden: 125.000 Euro sind für die Bestuhlung und Tische vorgesehen (wir berichteten). Unter einem Haushaltssicherungskonzept wäre diese Ausgabe sicherlich ersatzlos gestrichen worden, und zurecht, denn hier besteht kein dringlicher Bedarf.

Behindertenaufzug in der Alten Amtmannei ist dringlicher Bedarf
Hingegen besteht bei der Einrichtung eines Behindertenaufzuges in der Alten Amtmannei dringlicher Bedarf, doch der ist nicht einmal im Arbeitspapier Nottuln 2030 der Gemeindeverwaltung vorgesehen. (siehe auch Seite 27 unter: https://www.nottuln.de/fileadmin/media/PDF/Fachbereich_0/Nottuln_2030/Nottuln_2030_1.2.pdf .
Hier wäre das Geld wesentlich sinnvoller angelegt. Vor diesem Hintergrund wirkt die jetzige Handlungsweise der Gemeindeverwaltung zumindest unerklärlich, wenn nicht arrogant. Mit welchem Recht verweigert sie eigentlich seit Jahren und voraussichtlich bis 2030 den behinderten, beziehungsweise bewegungseingeschränkten Menschen die Teilnahme an den vielen Veranstaltungen und Festivitäten im Festsaal der Alten Amtmannei, einem öffentlichen Gebäude?

Seit Jahrzehnten ist es das Kulturzentrum von Nottuln, mitten im historischen Ortskern, auf dem Joseph-Moehlen-Platz 1, ganz offensichtlich nicht für alle Bürgerinnen und Bürger!

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

 

 

 

 

Gemeinde

Wo bleibt da die Nachhaltigkeit?

Zur Erinnerung: Die Gemeindeverwaltung bzw. der Bürgermeister wollen, nachdem Sie die Grundsteuer B für die Eigenheime der Nottulner Bürger um 17 % angehoben haben, jetzt die Bestuhlung in der Alten Amtmannei und in der Aschebergschen Kurie erneuern, Gesamtkosten 125.850 Euro! Das sind bei 200 Stühlen 78.000 Euro und somit 390 Euro pro Stuhl. Zusätzlich sollen für den Betrag von 47.850 Euro noch 11 Stapelwagen und 40 Klapptische angeschafft werden, siehe auch https://www.nottuln.de/sessionnet/sessionnetbi/getfile.php?id=62319&type=do (Wobei unser Redaktion bei dieser Aufstellung nicht ganz klar ist, warum 120 Stühle bei der Aschebergschen Kurie und nur 80 bei der Alten Amtmannei gelistet wurden und die Klapptische bei der Aschebergschen Kurie und nicht bei der Alten Amtmannei?)

Diese Anschaffung wurde aber durch den Rat erst einmal mit einem Sperrvermerk versehen. Nun, ein paar Wochen später, soll das Ziel schon wieder die Aufhebung des Sperrbeschlusses sein. Der Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes ist sich wohl sehr sicher, dass die Empfehlung des Finanzausschusses an den Gemeinderat am heutigen Abend (30.4.2024), positiv ausfallen wird.

Urteilen Sie bitte selbst
Unsere Redaktion hat das gestrige Demokratiefest auch zum Anlass genommen, sich die jetzt bestehende Bestuhlung einmal genauer anzusehen. Hatten wir doch bei Veranstaltungen öfters die Gelegenheit, auf den massiven Holzstühlen Platz zu nehmen. Hierbei haben wir die von den Westfälischen Nachrichten beschriebenen Mängel nicht feststellen können. Auch nach dem  gestrigen stichprobenartigen Prüfen von mehreren Stühlen können wir diese Mängel nicht bestätigen. Die aus massivem Hartholz bestehenden Stühle sehen gut erhalten und nachhaltig aus, auch die Polsterung ist nicht zu beanstanden. Damit Sie auch einen optischen Eindruck von den Stühlen bekommen, haben wir diese fotografiert und in den Artikel eingestellt: Urteilen Sie bitte selbst. 

Nachhaltig sein
Und sollte der eine oder andere Stuhl unter dem Gewicht von etwas schwergewichtigen Personen einmal etwas knarzen oder der Reparatur bedürfen, so gibt es doch in Nottuln eine gute Werkstatt, die dies ohne weiteres kostengünstig beheben kann. Übrigens haben wir kürzlich unsere massiven Holzstühle von einem Nottulner Unternehmen mit einem sehr guten Stoff neu aufpolstern lassen, das hat uns pro Stuhl 120 Euro gekostet. Wir finden, wenn die Gemeinde glaubhaft bleiben will, kann sie nicht nur die Nachhaltigkeit predigen, sondern muss sie auch selbst praktizieren.

Insofern gilt unsere Empfehlung:
"Sperrvermerk weiter aufrechterhalten!" So dicke hat es die Gemeinde Nottuln ja nun wirklich nicht, sonst hätte sie, wie bereits angemerkt, die Grundsteuer B für Eigenheimbesitzer -  im Gegensatz zu den umliegenden Gemeinden - ja nicht gleich um 17 % anzuheben brauchen.

Aufzugsanlage vorrangig in der Alten Amtmannei realisieren
Wenn etwas wirklich dringenden Bedarf hat, dann ist es die kurzfristige Realisierung eines Aufzuges für die vielen in Nottuln wohnenden bewegungseingeschränkten Menschen, die darauf angewiesen sind. Dann können endlich auch sie an Veranstaltungen in der Alten Amtmannei teilnehmen; das hat für uns absoluten Vorrang, hoffentlich auch für Sie.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

 

Gemeinde

Das Erbe ihres Großvaters bewahren

Das historische Erbe Ihres Großvaters für Nottuln bewahren, das möchte die Enkelin Christina Moehlen. Deshalb hat sie sich an den Nottulner Blickpunkt gewandt, nachdem sie von der Gemeindeverwaltung auf ihre Bemühungen hin eine kurz angebundene, unbefriedigende Antwort bekam, die unserer Redaktion vorliegt und auf die wir im Laufe des Artikels eingehen werden.
Schließlich hat ihr Großvater, der ehemalige Gemeindedirektor Joseph Moehlen, die heimischen, immergrünen Eiben vor 50 Jahren ganz bewusst vor die Kurien gepflanzt und als gestalterisches, ergänzendes Element eingesetzt. Das passte damals wie heute "wie die Faust aufs Auge", denn der gesamte Stiftsplatz strahlt eine barocke Atmosphäre aus, und die heimischen immergrünen Eiben wurden nun einmal im Zeitalter des Barrocks und der Renaissance als gestalterisches Element eingesetzt. Zudem stehen sie in einem angenehmen Kontrast zu den vielen hellgrünen Linden am Rande des Stiftsplatzes.
Insofern waren und sind sie im Gegensatz zur konstanten Äußerung des Bürgermeisters Dr. Dietmar Thönnes natürlich schon als ergänzendes historisches Element an den Kurien zu betrachten. Diese Meinung vertreten übrigens viele Nottulner Bürger und Bürgerinnen, wie Christina Moehlen in Gesprächen mit Ihnen erfahren hat und uns versicherte. Auch unsere Redaktion hat solche Erfahrungen gemacht.

Überhaupt hat Christina Moehlen kein Verständnis für den geplanten Umgang mit dem Erbe ihres Großvaters. Aufgrund der Briefe von Bürgermeister Thönnes an Persönlichkeiten in seinem Wahlprogramm wie Johann Conrad Schlaun (siehe https://dietmar-thoennes.de/blog/johann-conrad-schlaun-1695-1773/ oder Ihren Großvater Joseph Moehlen (siehe https://dietmar-thoennes.de/blog/joseph-moehlen-1937-2016/) hat sie so eine Verhaltensweise auch nicht erwartet.

... die Bürgerinnen und Bürger müssen viel mehr beteiligt werden
Unsere Redaktion will einen wichtigen Textteil herausgreifen, den Bürgermeister Thönnes im letzteren Brief anführte ... "die Bürgerinnen und Bürger müssen viel mehr beteiligt werden". Unbegreiflich bleibt daher die Tatsache, dass unter seiner Regentschaft erst einmal die seit Jahrzehnten praktizierte Redemöglichkeit der Bürgerinnen und Bürger in den Tagungen der Ausschüsse - eine echte demokratische Beteiligung - abgeschafft wurde.  Heute ist es in der Regel so, dass den Bürgerinnen und Bürgern eine weitgehend fertige Planung vorgestellt wird und sie sich damit abzufinden haben (Siehe auch Artikel, Teil 1).

Auf die der Gemeindeverwaltung dann dargestellten Gegenargumente wird in der Regel nicht konkret eingegangen, sondern lediglich mit Allgemeinplätzen geantwortet, wie:

1. "Der ökologische Wert der bestehenden Eiben ist vorhanden, ist aber in der freinen Landschaft viel höher."
Aber hallo, dieser Grundsatz gilt doch genau so für die Spalierlinden, die hier gepflanzt werden sollen. Auch ihr ökologischer Wert ist in der freien Landschaft viel höher. Die einzigen Unterschiede, der hier tatsächlich bestehen, sind, dass es sich bei den vorhandenen Bäumen um 50 Jahre alte und entsprechend wunderbare Eiben handelt, die aufgrund ihrer dichten Verästelung vielen Vögeln Nistplätze bieten.
Zudem ist die einheimische Pflanze bei herbstlicher Beerenreife mit den für alle Eiben typisch roten, becherartigen leuchtenden Scheinbeeren eine stets willkommene Nahrungsquelle für viele Vogelarten, wie Kernbeißer, Kleiber, Drosseln und Amseln. Und letztlich finden in den immergrünen Eiben und die dadurch hervorgerufene Blickdichte viele Tiere das ganze Jahr über Unterschlupf.
Das ist alles bei den Spalierlinden nicht der Fall und spricht daher eindeutig für den Erhalt der Eiben.

2. "Durch die Umgestaltung mit Stauden und Laubgehölzen wird eine noch höhere ökologische Aufwertung erzielt sowie die Förderung des Stadtklimas".
Gegen die zwischen den Eiben geplante Aufwertung der Fläche durch die Anpflanzung von Stauden und Gehölzen bestehen doch erst einmal keine Einwände. Allerdings werden von vielen Bürgerinnen und Bürgern angesichts der drei Pfllanzeninseln vor der Aschebergschen Kurien, die erst letztes Jahr angelegt wurden, erhebliche Bedenken geäußert.
Wir haben diese Pflanzeninseln jetzt fotografiert, siehe Bilder links. Hier wird deutlich, was innerhalb so kurzer Zeit daraus geworden ist. Eine Pflanzeninsel ist mitlerweile fast Pflanzenlos, auf den anderen beiden sind die Überreste von Pflanzen erkennbar - während der Veranstaltungen wird eben alles niedergetrampelt. Auch deshalb ist der ortsnahe Standort im Rhodepark auf der Wiese in leichter Hanglage geeigneter als der Stiftsplatz (siehe Bild links).

3.Was das Klima betrifft, so ist wissenschaftlich belegt, das Nadelbäume mehr Sauerstoff produzieren als Laubbäume. Zudem - und das ist natürlich auch ganz wichtig für das Stadt-/Dorfklima und seine Aufheizung im Sommer - spenden die großen Eiben natürlich wesentlich mehr Schatten als die geplanten Spalierlinden. Auch das spricht wiederum für die Erhaltung der Eiben.

Das Projekt ist Dorfkernnah im Rhodepark ökologisch wesentlich sinnvoller
Gerade für so ein Projekt bietet sich natürlich das nur ein paar Meter entfernte Freilandgelände im Rhodepark an, speziell der mit Gras bewachsene südliche Hang (siehe Bild links). Idealer geht es nicht mehr und wie von der Gemeinde selbst behauptet, ist an so einem Ort die ökologische Aufwertung hier höher. Das zeigt zum Teil auch jetzt schon der Bestand an Insekten und Vögeln, die zusätzliche Nahrungsquellen dringend benötigen.
In diesem Zusammenhang erinnern wir an das vom Nottulner Blickpunkt angestoßene und gemeinsam mit der Gemeinde durchgeführte Projekt "Anlegung von insektenfreundlichen Pflanzeninseln rund um den Sportplatz am Wellenfreibad", siehe auch Artikel: https://nottuln-blickpunkt.de/426-im-fruehjahr-soll-es-hier-summen-und-brummen

Präsentation und Bezugnahme auf den Stiftsplatz in den 1920er-/30er-Jahren
Bei der Begründung dieses Projektes weist Bürgermeister Dietmar Thönnes sehr gerne auf Bilder der 1920er-/30er-Jahre hin. Wir stellen zu Ihrer Ansicht ebenfalls ein Bild aus diesen Jahren in den NB ein. Doch kann man die damaligen Verhältnisse nicht auf die heutigen übertragen, denn erstens bestand das Dorf Nottuln damals nur aus 4.451 Einwohnern. Heute sind es in der Kerngemeinde Nottuln rund dreimal so viel und insgesamt sogar rund 20.000 Einwohner.
Natürlich hat sich auch durch den allgemeinen Wohlstand ein viel größeres Feierbedürfnis gebildet, das natürlich auf dem Stiftsplatz insbesondere zum Ausdruck kommt. Zudem gibt es regelmäßige Veranstaltungen, wie zum Beispiel der Wochenmarkt, der mittlerweile aus allen Nähten platzt sowie das Frühlingsfest, die Schützenfeste, der Weinmarkt, das Martinifest, das gemeinsame Silvesterfeuerwerk usw. Weitere Veranstaltungen werden voraussichtlich dazu kommen und durch die Ausweisung von neuen Wohngebieten wird auch die Einwohneranzahl weiter steigen.

Was die Kurien betrifft, werden sie im Gegensatz zu früher nicht privat, sondern von der Gemeindeverwaltung mit reichlich Publikumsverkehr genutzt. In Nottuln gibt es, insgesamt betrachtet, keinen mehr frequentierten Platz als den Stiftsplatz. Insofern ist die Möglichkeit, dass die neu angelegten Pflanzenbeete vor den drei Kurien nach einiger Zeit genauso aussehen, wie die vor der Aschebergschen Kurie, sehr wahrscheinlich.

Annehmbare Alternative/Zusammenfassung
Zusammenfassend ist nochmals festzuhalten, das der alternative direkt am Ortskern gelegene Standort im Rhodepark aus ökologischer Sicht wesentlich geeigneter ist. Insofern folgen wir auch der Ansicht der Gemeinde, das der ökologische Wert in der freien Landschaft und dazu zählt sicherlich auch eine Parklandschaft, höher ist, als mitten im Stadt-/Dorfkern. Wird er von der Gemeinde trotzdem nicht angenommen, werden keine Einwände gegen die Anlegung der Pflanzeninseln zwischen den vorhandenen Eiben auf dem Stiftsplatz geltend gemacht, wenn die Eiben wie bisher ihren nachhaltigen Bestand behalten und nicht abgeholzt werden.

Christina Moehlen, die Enkelin vom ehemaligen Gemeindedirektor Joseph Moehlen und mit ihr viele Bürgerinnen und Bürger sowie auch der Nottulner Blickpunkt würden es begrüßen, wenn zumindest diese annehmbare Alternative Realität wird. Die Begründung hierzu haben wir in diesem und dem vorangegangenen Artikel umfangreich und faktenbasiert dargelegt. Nun liegt es am Bürgermeister, den Politikern und der Gemeindeverwaltung, ob sie und wenn ja, was sie daraus machen.
Deshalb bitten wir auch Sie - die Nottulner Bürgerinnen und Bürger -, um Unterstützung in dieser Angelegenheit - wenden Sie sich bitte an den Bürgermeister Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, die Gemeindeverwaltung Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und natürlich an die Ratsmitglieder (siehe auch https://www.nottuln.de/sessionnet/sessionnetbi/kp0041.php) oder an ihre Parteien.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Gemeinde

Droht den heimischen, pyramidalen Eiben im historischen Ortskern der Tod?

Sechs pyramidale, heimische Eiben flankieren als Wächter die Eingänge der drei direkt nebeneinander stehenden historischen Stiftskurien und prägen nunmehr seit einem halben Jahrhundert den Historischen Ortskern von Nottuln. Zwei weitere dieser magischen Bäume stehen vor der Kurie von Ascheberg zu Venne und gar fünf prachtvolle Eiben rahmen auf dem Joseph-Moehlen-Platz 1 die Alte Amtmannei ein.
Gepflanzt wurden sie unter der Behördenleitung von Gemeindedirektor Joseph Moehlen, dem wir die Erhaltung und Restaurierung des gesamten historischen Ortskerns zu verdanken haben. Dort stehen sie nun seit einem halben Jahrhundert und sind unter der Pflege von Mitarbeitern des Bauhofes zu prächtigen Exemplaren ihrer immer seltener werdenden Gattung herangewachsen. Auch heute noch strotzen diese prachtvollen Geschöpfe vor Gesundheit. Sie haben den vielseitigen und starken Belastungen durch die intensive Nutzung des Stiftplatzes (Wochenmarkt und viele diverse Veranstaltungen) sehr gut standgehalten - dafür ist die heimische Eibe bekannt.

Eiben sind geschichtsträchtige Bäume
Doch nicht nur in Nottuln ist die Taxus baccata zu finden, denn sie ist die alleinige europäische Art ihrer Gattung und seit 150 Millionen Jahren ein wertvoller Teil unserer Geschichte. Aufgrund ihrer einzigartigen Charakteristik wurde sie bereits von den Ägyptern, Römern und Germanen hoch geschätzt.
Vom Barock bis hin zur Renaissance wurden sie in Städten und Schlössern gepflanzt und zeugen noch heute von ihrer historischen Geschichte, gerade im Münsterland - auch wenn der Bürgermeister von Nottuln, Dr. Dietmar Thönnes, in der Ratssitzung behauptete, dass die heimischen Eiben an den Kurieneingängen nicht historisch sind, obwohl diese prachtvollen Exemplare seit einem halben Jahrhundert den Ortskern prägen.
Insbesondere bei vielen Bauwerken aus der Barockzeit von Johann Conrad Schlaun sind sie, wie auch in Nottuln, sinnvollerweise im direkten Umfeld platziert. Aufgrund ihrer sehr guten Schnittverträglichkeit reichen die Gestaltungsmöglichkeiten im Formschnitt von geometrischen bis hin zu figürlichen Gestalten und erfreuen bei ihrem Anblick die Einheimischen und Touristen mit ihrer Eleganz.

Eiben stehen auf der Liste der gefährdeten Arten
Da sie in Deutschland auf der Liste der gefährdeten Arten stehen sind die heimischen Eiben bei Ihrer Anpflanzung zu fördern. Bereits gepflanzte und alte Exemplare dieser immer seltener werdenden Art sind auf jeden Fall zu erhalten. Übrigens hat die Taxus baccata, auch Heimische Eibe oder Europäische Eibe genannt, bereits 1994 in Deutschland und 2013 in Österreich die Auszeichnung als Baum des Jahres erhalten. Im Übrigen gehört die Eibe in allen europäischen Ländern zu den geschützten Pflanzenarten.

Eiben sind ökologisch wertvoll
Doch ist die heimische Eibe nicht nur was fürs Auge, denn aufgrund ihrer Vieltriebigkeit ist sie sehr blickdicht und dient somit vielen Vögeln als Brut- und Nistplatz und und als immergrüner Baum das ganze Jahr über als Rückzugsort. Zudem ist die einheimische Pflanze bei herbstlicher Beerenreife mit den für alle Eiben typisch roten, becherartigen leuchtenden Scheinbeeren eine stets willkommene Nahrungsquelle für viele Vogelarten, wie Kernbeißer, Kleiber, Drosseln und Amseln. Die Blüten der männlichen Eiben werden gerne von Insekten angeflogen.

Ein wertvoller Schatz mitten im Historischen Ortskern
Insofern kann sich die Gemeinde Nottuln glücklich schätzen, so prachtvolle, ökologisch wertvolle Exemplare dieser seltenen Art mitten im Ortskern und dann auch noch in der wundervollen Verbindung mit den barocken Kurien haben zu dürfen.
Diese Raritäten, denen früher sogar ewiges Leben angedichtet wurde, sind es wirklich wert erhalten zu werden, denn sie können tatsächlich über tausend Jahre alt werden. Ein wertvoller Schatz, mitten im historischen Ortskern von Nottuln und in dieser Konstellation seit 50 Jahren als Wächter an den Eingängen der Kurien zu finden, das ist wohl einmalig im Münsterland.
Deshalb hat unsere Redaktion diesen Artikel als Link dem Denkmalschutz des Landwirtschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL) in Münster übersandt, denn diese Eiben sind in Verbindung mit den unter Denkmalschutz stehenden Kurien nicht nur für uns untrennbar miteinander verbunden.

Hintergrund:
Die Herausgabe dieses Artikels hat natürlich einen Hintergrund. Kürzlich wandten sich besorgte Bürgerinnen und Bürgerinnen und Bürger an die Redaktion des NB und bezogen sich auf unseren bisherigen Einsatz für den Denkmal- und den Naturschutz. Ihren Angaben zufolge gibt es einen Ratsbeschluss vom 19.3.2024 zur Beantragung von Fördermitteln, unter anderem zur Stiftsplatzumgestaltung (https://www.nottuln.de/sessionnet/sessionnetbi/to0050.php?__ktonr=33354).

Projektunterlagen nicht vollständig
In den zugrunde liegenden, von der Gemeinde verfassten Projektunterlagen, werden auf Seite 4 unter der Beschreibung des Istzustandes des Stiftplatzes, die sechs prachtvollen, heimischen 50-Jahre alten Eiben nicht einmal aufgeführt, als ob sie nicht existent seien. Auf der Seite 10 wird anschließend auf dem Projektplan zeichnerisch dargestellt, dass an den Standorten (wo jetzt die nicht genannten Eiben stehen) spärliche Spalier-Linden gepflanzt werden sollen. In der regionalen Presse soll bisher dieser Projektplan nicht veröffentlicht worden sein und eine öffentlichkeitswirksame Aufklärung über das Vorhaben "Stiftsplatz" soll es leider ebenfalls nicht gegeben haben - so die Stimmen der Bürgerinnen und Bürger.
Die Fotodokumentation auf der Seite 6 gibt übrigens die tasächliche Istsituation des Stiftplatzes nur ungenügend wieder, die Fotos sind teilweise unterbelichtet. Deshalb haben wir eigens erstellte, klare und übersichtliche Fotografien unserem Artikel beigefügt.

Das legt alles die Vermutung nahe, dass es auch in der Öffentlichkeit gar nicht so zum Ausdruck gebracht werden soll, denn:

1. Diese Pläne bilden wahrscheinlich auch die Grundlage des Antrages auf Fördermittel. Und wenn das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr erfahren würde, dass für die Neugestaltung des Stiftsplatzes an den Kurieneingängen die Prachtexemplare der Europäischen Eibe gefällt werden sollen, die wie bereits gesagt unter Naturschutz stehen und in der Roten Liste von Deutschland als "Gefährdet" eingestuft sind, würde für diesen Bereich der Antrag wohl kaum positiv entschieden werden.

2. Die Gemeindeverwaltung hat es schon einmal mit den Bürgerinnen und Bürgern richtig zu tun bekommen, als sie die Platanen auf der Stiftsstraße fällen wollte und befürchtet wohl - und dieses zurecht -, dass es ihr wieder so ergehen würde. Dank dieses bürgerlichen Einsatzes stehen die Platanen übrigens heute noch!

Berichterstattung in der Öffentlichkeit notwendig
Aufgrund des bisher Erfahrenen und Geschilderten können wir uns des Eindruckes nicht erwehren, dass sich, wie auch schon von bürgerlicher Seite angeführt, die örtliche Presse in ihrer Berichterstattung wohl diesbezüglich etwas bedeckt hält. Unsere Redaktion hält es daher für notwendig, diesen Artikel insbesondere für die Nottulner Bürgerinnen und Bürger in den Nottulner Blickpunkt einzustellen und somit der Öffentlichkeit zugängig zu machen. Unterschiedliche Sichtweisen sind übrigens die Grundlage jeder Demokratie, und Fakten sprechen natürlich immer für sich.

Initiativen zur Erhaltung der Eiben wichtig
Wir hoffen nun, dass sich jetzt zahlreiche Bürgerinnen und Bürger und natürlich auch Politikerinnen und Politiker sowie auch öffentliche und private Institutionen finden, die sich für den Erhalt aller heimischen Eiben im historischen Ortskern einsetzen. Sinnvoll ist es auch, sich möglichst direkt schriftlich per E-Mail an den Bürgermeister Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder an die Gemeindeverwaltung Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu wenden.

Aktualisiert am 13.4.2024 um 23:00 Uhr

Mit besten Grüßen und bleiben Sie gesund

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard