Blickpunkt Nottuln
12.06.2024
Blickpunkt Nottuln
Auf diesem Bild sehen Sie noch einmal die an den Kurienzugängen stehenden Kurienwächter, die mit ihrer dunkelgrünen Benadelung einen wunderbaren Kontrast zu der den Stiftsplatz begrenzenden hellgrünen Lindenallee bilden
Blickpunkt Nottuln
Auf dieser im letzten Jahr angelegten Pflanzeninsel ist fast nichts vom Pflanzenbestand übrig geblieben. Bei Veranstaltungen wird eben alles herunter getrampelt
Blickpunkt Nottuln
Nicht viel besser sieht es auf dieser und noch einer weiteren Pflanzeninsel aus, auf der nur noch Reste von Pflanzen vorhanden sind
Blickpunkt Nottuln
Diese Rasenfläche im Rhodepark bietet nur ein paar Meter neben dem Ortskern eine ideale Alternative für das geplante Projekt
Blickpunkt Nottuln
Die Kurie von der Reck zu Steinfurt in einer Zeit, wo Nottuln nur aus 4.451 Einwohnern bestand, jetzt sind es alleine in der Kerngemeinde Nottuln rund dreimal so viel und insgesamt rund 20.000 Einwohner

Die Kurien-Wächter von Nottuln -Teil 2 -

Das Erbe ihres Großvaters bewahren

Das historische Erbe Ihres Großvaters für Nottuln bewahren, das möchte die Enkelin Christina Moehlen. Deshalb hat sie sich an den Nottulner Blickpunkt gewandt, nachdem sie von der Gemeindeverwaltung auf ihre Bemühungen hin eine kurz angebundene, unbefriedigende Antwort bekam, die unserer Redaktion vorliegt und auf die wir im Laufe des Artikels eingehen werden.
Schließlich hat ihr Großvater, der ehemalige Gemeindedirektor Joseph Moehlen, die heimischen, immergrünen Eiben vor 50 Jahren ganz bewusst vor die Kurien gepflanzt und als gestalterisches, ergänzendes Element eingesetzt. Das passte damals wie heute "wie die Faust aufs Auge", denn der gesamte Stiftsplatz strahlt eine barocke Atmosphäre aus, und die heimischen immergrünen Eiben wurden nun einmal im Zeitalter des Barrocks und der Renaissance als gestalterisches Element eingesetzt. Zudem stehen sie in einem angenehmen Kontrast zu den vielen hellgrünen Linden am Rande des Stiftsplatzes.
Insofern waren und sind sie im Gegensatz zur konstanten Äußerung des Bürgermeisters Dr. Dietmar Thönnes natürlich schon als ergänzendes historisches Element an den Kurien zu betrachten. Diese Meinung vertreten übrigens viele Nottulner Bürger und Bürgerinnen, wie Christina Moehlen in Gesprächen mit Ihnen erfahren hat und uns versicherte. Auch unsere Redaktion hat solche Erfahrungen gemacht.

Überhaupt hat Christina Moehlen kein Verständnis für den geplanten Umgang mit dem Erbe ihres Großvaters. Aufgrund der Briefe von Bürgermeister Thönnes an Persönlichkeiten in seinem Wahlprogramm wie Johann Conrad Schlaun (siehe https://dietmar-thoennes.de/blog/johann-conrad-schlaun-1695-1773/ oder Ihren Großvater Joseph Moehlen (siehe https://dietmar-thoennes.de/blog/joseph-moehlen-1937-2016/) hat sie so eine Verhaltensweise auch nicht erwartet.

... die Bürgerinnen und Bürger müssen viel mehr beteiligt werden
Unsere Redaktion will einen wichtigen Textteil herausgreifen, den Bürgermeister Thönnes im letzteren Brief anführte ... "die Bürgerinnen und Bürger müssen viel mehr beteiligt werden". Unbegreiflich bleibt daher die Tatsache, dass unter seiner Regentschaft erst einmal die seit Jahrzehnten praktizierte Redemöglichkeit der Bürgerinnen und Bürger in den Tagungen der Ausschüsse - eine echte demokratische Beteiligung - abgeschafft wurde.  Heute ist es in der Regel so, dass den Bürgerinnen und Bürgern eine weitgehend fertige Planung vorgestellt wird und sie sich damit abzufinden haben (Siehe auch Artikel, Teil 1).

Auf die der Gemeindeverwaltung dann dargestellten Gegenargumente wird in der Regel nicht konkret eingegangen, sondern lediglich mit Allgemeinplätzen geantwortet, wie:

1. "Der ökologische Wert der bestehenden Eiben ist vorhanden, ist aber in der freinen Landschaft viel höher."
Aber hallo, dieser Grundsatz gilt doch genau so für die Spalierlinden, die hier gepflanzt werden sollen. Auch ihr ökologischer Wert ist in der freien Landschaft viel höher. Die einzigen Unterschiede, der hier tatsächlich bestehen, sind, dass es sich bei den vorhandenen Bäumen um 50 Jahre alte und entsprechend wunderbare Eiben handelt, die aufgrund ihrer dichten Verästelung vielen Vögeln Nistplätze bieten.
Zudem ist die einheimische Pflanze bei herbstlicher Beerenreife mit den für alle Eiben typisch roten, becherartigen leuchtenden Scheinbeeren eine stets willkommene Nahrungsquelle für viele Vogelarten, wie Kernbeißer, Kleiber, Drosseln und Amseln. Und letztlich finden in den immergrünen Eiben und die dadurch hervorgerufene Blickdichte viele Tiere das ganze Jahr über Unterschlupf.
Das ist alles bei den Spalierlinden nicht der Fall und spricht daher eindeutig für den Erhalt der Eiben.

2. "Durch die Umgestaltung mit Stauden und Laubgehölzen wird eine noch höhere ökologische Aufwertung erzielt sowie die Förderung des Stadtklimas".
Gegen die zwischen den Eiben geplante Aufwertung der Fläche durch die Anpflanzung von Stauden und Gehölzen bestehen doch erst einmal keine Einwände. Allerdings werden von vielen Bürgerinnen und Bürgern angesichts der drei Pfllanzeninseln vor der Aschebergschen Kurien, die erst letztes Jahr angelegt wurden, erhebliche Bedenken geäußert.
Wir haben diese Pflanzeninseln jetzt fotografiert, siehe Bilder links. Hier wird deutlich, was innerhalb so kurzer Zeit daraus geworden ist. Eine Pflanzeninsel ist mitlerweile fast Pflanzenlos, auf den anderen beiden sind die Überreste von Pflanzen erkennbar - während der Veranstaltungen wird eben alles niedergetrampelt. Auch deshalb ist der ortsnahe Standort im Rhodepark auf der Wiese in leichter Hanglage geeigneter als der Stiftsplatz (siehe Bild links).

3.Was das Klima betrifft, so ist wissenschaftlich belegt, das Nadelbäume mehr Sauerstoff produzieren als Laubbäume. Zudem - und das ist natürlich auch ganz wichtig für das Stadt-/Dorfklima und seine Aufheizung im Sommer - spenden die großen Eiben natürlich wesentlich mehr Schatten als die geplanten Spalierlinden. Auch das spricht wiederum für die Erhaltung der Eiben.

Das Projekt ist Dorfkernnah im Rhodepark ökologisch wesentlich sinnvoller
Gerade für so ein Projekt bietet sich natürlich das nur ein paar Meter entfernte Freilandgelände im Rhodepark an, speziell der mit Gras bewachsene südliche Hang (siehe Bild links). Idealer geht es nicht mehr und wie von der Gemeinde selbst behauptet, ist an so einem Ort die ökologische Aufwertung hier höher. Das zeigt zum Teil auch jetzt schon der Bestand an Insekten und Vögeln, die zusätzliche Nahrungsquellen dringend benötigen.
In diesem Zusammenhang erinnern wir an das vom Nottulner Blickpunkt angestoßene und gemeinsam mit der Gemeinde durchgeführte Projekt "Anlegung von insektenfreundlichen Pflanzeninseln rund um den Sportplatz am Wellenfreibad", siehe auch Artikel: https://nottuln-blickpunkt.de/426-im-fruehjahr-soll-es-hier-summen-und-brummen

Präsentation und Bezugnahme auf den Stiftsplatz in den 1920er-/30er-Jahren
Bei der Begründung dieses Projektes weist Bürgermeister Dietmar Thönnes sehr gerne auf Bilder der 1920er-/30er-Jahre hin. Wir stellen zu Ihrer Ansicht ebenfalls ein Bild aus diesen Jahren in den NB ein. Doch kann man die damaligen Verhältnisse nicht auf die heutigen übertragen, denn erstens bestand das Dorf Nottuln damals nur aus 4.451 Einwohnern. Heute sind es in der Kerngemeinde Nottuln rund dreimal so viel und insgesamt sogar rund 20.000 Einwohner.
Natürlich hat sich auch durch den allgemeinen Wohlstand ein viel größeres Feierbedürfnis gebildet, das natürlich auf dem Stiftsplatz insbesondere zum Ausdruck kommt. Zudem gibt es regelmäßige Veranstaltungen, wie zum Beispiel der Wochenmarkt, der mittlerweile aus allen Nähten platzt sowie das Frühlingsfest, die Schützenfeste, der Weinmarkt, das Martinifest, das gemeinsame Silvesterfeuerwerk usw. Weitere Veranstaltungen werden voraussichtlich dazu kommen und durch die Ausweisung von neuen Wohngebieten wird auch die Einwohneranzahl weiter steigen.

Was die Kurien betrifft, werden sie im Gegensatz zu früher nicht privat, sondern von der Gemeindeverwaltung mit reichlich Publikumsverkehr genutzt. In Nottuln gibt es, insgesamt betrachtet, keinen mehr frequentierten Platz als den Stiftsplatz. Insofern ist die Möglichkeit, dass die neu angelegten Pflanzenbeete vor den drei Kurien nach einiger Zeit genauso aussehen, wie die vor der Aschebergschen Kurie, sehr wahrscheinlich.

Annehmbare Alternative/Zusammenfassung
Zusammenfassend ist nochmals festzuhalten, das der alternative direkt am Ortskern gelegene Standort im Rhodepark aus ökologischer Sicht wesentlich geeigneter ist. Insofern folgen wir auch der Ansicht der Gemeinde, das der ökologische Wert in der freien Landschaft und dazu zählt sicherlich auch eine Parklandschaft, höher ist, als mitten im Stadt-/Dorfkern. Wird er von der Gemeinde trotzdem nicht angenommen, werden keine Einwände gegen die Anlegung der Pflanzeninseln zwischen den vorhandenen Eiben auf dem Stiftsplatz geltend gemacht, wenn die Eiben wie bisher ihren nachhaltigen Bestand behalten und nicht abgeholzt werden.

Christina Moehlen, die Enkelin vom ehemaligen Gemeindedirektor Joseph Moehlen und mit ihr viele Bürgerinnen und Bürger sowie auch der Nottulner Blickpunkt würden es begrüßen, wenn zumindest diese annehmbare Alternative Realität wird. Die Begründung hierzu haben wir in diesem und dem vorangegangenen Artikel umfangreich und faktenbasiert dargelegt. Nun liegt es am Bürgermeister, den Politikern und der Gemeindeverwaltung, ob sie und wenn ja, was sie daraus machen.
Deshalb bitten wir auch Sie - die Nottulner Bürgerinnen und Bürger -, um Unterstützung in dieser Angelegenheit - wenden Sie sich bitte an den Bürgermeister Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, die Gemeindeverwaltung Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und natürlich an die Ratsmitglieder (siehe auch https://www.nottuln.de/sessionnet/sessionnetbi/kp0041.php) oder an ihre Parteien.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard