Blickpunkt Nottuln
09.10.2026
Blickpunkt Nottuln
Aus der Pflasterung austretende Wurzeln der Platane, doch das trifft auch auf die Pflasterung unter der Lindenallee am Stiftsplatz zu, siehe auch Bildergalerie
Blickpunkt Nottuln
Zerstörung des vorhandenen Ökosystems: Sechs dieser gesunden, ökologisch sehr wertvollen, vor den Kurien stehenden 50 Jahre alten Eiben, wurden gefällt, obwohl die Eibe in allen europäischen Ländern zu den geschützten Pflanzenarten gehört (wir berichteten)
Blickpunkt Nottuln
So gesund sah übrigens die Ulme noch im Jahre 2025 aus. Nicht nur zu wenig Wasser, sondern insbesondere auch die Abgrabungen im Wurzelbereich zur Anlegung der Pflanzenbeete haben zu ihrem Absterben geführt
Blickpunkt Nottuln
Hier werden die massiven Stolperfallen im Fußgängerbereich unter der Lindenalle deutlich. Weitere Bilder hierzu in der anschließenden Bildergalerie

Zerstörung des Ökosystems im Ortskern geht weiter?

Neuausrichtung der Baum- und Grünpflege dringend notwendig

Erst wurden völlig unnötig sechs große, kerngesunde, 50 Jahre alte Eiben im Ortskern gefällt, obwohl die Eibe in allen europäischen Ländern zu den geschützten Pflanzenarten gehört (wir berichteten). In Kürze wird die verdurstete Flatterulme geköpft und dann soll auch noch eine kerngesunde Platane folgen, usw. usw. Damit dieser Irrsinn endlich aufhört, brauchen wir endlich eine Neuausrichtung der Baum- und Grünpflege in Nottuln, es muss sich vieles ändern! Herr Wermeling, ehemaliger Leiter des Grünflächenamtes, hatte eindrucksvoll damit begonnen. (Siehe auch: https://www.nottuln-blickpunkt.de/426-im-fruehjahr-soll-es-hier-summen-und-brummen. Leider ist er gegangen. Offensichtlich hatte man ihn trotz seiner Kompetenz nicht mit den erforderlichen Vollmachten, die für eine erfolgreiche Arbeit in seinem Fachgebiet notwendig waren, ausgestattet, so unser Eindruck.

Übrigens hat sich unsere Redaktion auch die offenliegenden Baumwurzeln der Platane und die durch sie verursachten Stolperstellen angesehen. Sollte die Gemeindeverwaltung (an vorderster Front steht übrigens der Bürgermeister) und die Mehrheit der Ratsmitglieder bei ihrer anstehenden Entscheidung sich auf die bisher genannten Gründe zur Fällung der Platane zurückziehen, dann müsste auch fast die ganze Lindenallee am stark frequentierten Stiftsplatz, zumindest auf der Kurienseite, gefällt werden. Dort sind ebenfalls viele Stolperstellen, verursacht durch das Wurzelwerk, schon seit Jahren vorhanden (siehe Fotografien in der Bildergalerie). 
Das kann niemand wirklich wollen, Stolperstellen können auch auf andere Weise beseitigt werden.


Zur Ulme

Bei der Ulme handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine heimische Flatterulme (Ulmus laevis), die ausgesprochen feuchtigkeitsliebend ist und ein wasserbezogenes und extrem weitreichendes Wurzelsystem hat. Sie gilt daher als Wasserbegleiter und ist perfekt an nasse Böden angepasst. Und genau deshalb müssen Flatterulmen während solcher extremen Trockenphasen, wie wir sie in den letzten Jahren hatten, ausreichend mit Wasser versorgt werden. Das ist offensichtlich nicht geschehen.
Doch nicht nur zu wenig Wasser, sondern insbesondere die Abgrabungen im Wurzelbereich der Ulme zur Anlegung der Pflanzenbeete im Jahre 2026 haben offensichtlich zu ihrem Absterben geführt. Doch leitende Angestellte der Gemeindeverwaltung und seiner Betriebe sollten so etwas wissen, und entsprechend handeln, zumal auch sichtbare Trockenschäden an anderen Bäumen, die lange nicht so viel Wasser bedürfen, in Nottuln aufgetreten sind.
Jetzt ist der Baum, der 2025 noch ganz gut ausschaute (siehe Fotografie), dem Tode geweiht. Immerhin können Flatterulmen bis zu 250 Jahre und bei günstigen Bodenbedingungen bis zu 500 Jahre alt werden.

Zur Platane
Kaum ist das Todesurteil über die Ulme beschlossen, soll ganz in der Nähe eine 48 Jahre alte kerngesunde Platane gefällt werden. Das Pflaster wird durch die Wurzeln angehoben und es entstehen Stolperfallen, so die sich immer wiederholenden Begründungen, als ob es in der heutigen Zeit keine sinnvollen Alternativen zur Beseitigung der Stolperstellen gäbe, als das Fällen. Schließlich macht diese Erfahrung doch fast jeder Hausbesitzer in seinem Garten, beispielsweise im Zuwegungsbereich oder an den Sitzplätzen (Terrasse).

Wir selbst haben eine stark wachsende, fast 40 Jahre alte Süßkirsche, die rund 12 bis 14 Meter hoch und deren Baumkrone sehr ausladend ist. Ihr Stamm ist mindestens doppelt so dick wie bei der Platane und Ihre starken Wurzeln haben das Pflaster hochgedrückt und reichten bis an unser Haus heran. Wir haben das Pflaster aufgenommen und die Wurzeln entsprechend eingekürzt, beziehungsweise den oberen Teil entfernt: Das ist ja nun wirklich nicht die Welt!
Dafür unseren Kirschbaum, den Passanten immer wieder in seiner Blüte oder leuchtenden Herbstfärbung bewundern, einfach zu fällen, käme uns nicht in den Sinn. Zumal er uns aufgrund seiner großen Krone viel Schatten spendet und für ein wunderbar angenehmes Klima sorgt. Im Frühjahr tummeln sich auf den schneeweißen Blüten ganze Bienenvölker und laben sich an ihrem Nektar. Die Süßkirschen selbst landen allerdings fast ausschließlich in den Mägen unserer Gartenvögel, aber der liebe Gott hat ja nicht nur für uns den Tisch gedeckt.

Höchst bedauerlich ist auch das immer wieder in der Öffentlichkeit gehörte Argument: „Die (damit sind die Bäume gemeint) machen ja nur Dreck!“ Natürlich müssen wir die Kirschkerne, und das sind Tausende (die Vögel fressen sie leider nicht mit) öfter zusammenkehren und im Herbst fast jeden zweiten Tag den Rasen und die Wege von den Blättern befreien. Und es gibt weitere große laubabwerfende Bäume in unserem Garten. Das fällt uns gerade jetzt im Alter nicht immer leicht, zumal wir dafür nur Laubbesen benutzen, um nicht, wie beim Einsatz von Laubbläsern, die Insekten durch den starken Luftstrom zu töten. Schließlich werden sie von vielen Vögeln als Nahrung gebraucht, um über den Winter zu kommen.
Wenn Sie mehr über den Kirschbaum erfahren möchten, der das ganze Jahr über Mensch und Tier begleitet, dann lesen Sie bitte auch den Artikel: https://www.nottuln-blickpunkt.de/420-der-herr-der-blaetter.

Anmerkung der Redaktion in eigener Sache:
Der ehrenamtlich betriebene Nottulner Blickpunkt -NB- (eine Online-Zeitung, ohne jeglichen kommerziellen Hintergrund und damit unabhängig) setzt sich u. a. schon seit Jahren intensiv für den Umwelt- und Naturschutz ein. Davon zeugen viele Artikel, die sie größtenteils unter dem Button „Natur und Umwelt“, aber auch unter dem Button „Gemeinde“ finden.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard

Mehr in dieser Kategorie: « Der "Totembaum" von Nottuln, Nein!

Weitere Bilder mit Textlegende (zum Vergrößern bitte anklicken):