Digitales Schuldenbarometer gehört auf die Nottulner Start-Webseite
Nun haben sich die Westfälischen Nachrichten (WN) auch mit den Schulden der Gemeinden beschäftigt. Und siehe da: Die Nottulner haben die meisten Schulden! Auch unsere Redaktion hat sich bereits im September 2025 mit den Schulden der Baumbergegemeinden Nottuln, Billerbeck, Havixbeck und Senden befasst, siehe auch Artikel: https://www.nottuln-blickpunkt.de/768-zur-buergermeisterwahl-thema-finanzen-haushalt-hohe-pro-kopf-verschuldung.
Doch das reicht bei weitem nicht aus, schließlich leben wir im digitalen Zeitalter: Nottulner Bürgerinnen und Bürger müssen sich jederzeit und ohne Umwege über ihre aktuellen Schulden auf der Gemeinde-Webseite Nottuln informieren können. Dazu gehört ein Schuldenbarometer auf der Startseite des gemeindlichen Internetauftritts. Ein direkter Zugriff muss von dort aus für jede und jeden, jederzeit möglich sein. Dort müssen natürlich die bisherigen Schulden und neue Schulden, die aufgrund von Ratsbeschlüssen oder von der Gemeindeverwaltung von sich aus gemacht werden, projektbezogen und zeitnah ersichtlich sein, natürlich in Abgrenzung zu den erhaltenen Förderbeiträgen. Hierbei muss auch deutlich werden, ob die Förderbeiträge nur in Aussicht gestellt oder bereits ein Bewilligungsbescheid bei der Gemeinde vorliegt, beziehungsweise schon geflossen sind. Alle Angaben müssen nachvollziehbar und plausibel sein.
Stufenplan
Insofern wäre es sinnvoll, nach einem Stufenplan zu verfahren, der in der ersten Stufe erst einmal ein Schuldenbarometer vorsieht, welches die aktuellen Schulden anzeigt und monatlich aktualisiert wird. In einem zweiten Schritt sind dann die angesprochenen Parameter projektbezogen darzustellen. Wir brauchen umgehend so ein klares, übersichtliches Instrument, das die Finanzpolitik von Nottuln für alle Bürgerinnen und Bürger transparent und leicht verständlich darstellt.
Bürgerinnen und Bürger zahlen für die Politik vor Ort
Nach den Prokopfschulden von rund 500 Euro, die sich seit dem Amtsantritt von Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes (Ende 2020) bis heute mehr als verdreifacht haben (1745 Euro), ist diese Maßnahme mehr als erforderlich, zumal mit den bereits geplanten Großprojekten mehrere Millionen Euro an Schulden dazukommen. So soll ein Bürgerforum nach jetzigen, nicht nachvollziehbaren Berechnungen, 5,2 Millionen Euro kosten. Offensichtlich hat Bürgermeister Thönnes ein flottes Händchen beim Schuldenmachen, aber diese werden um jedes weitere Mal auf den Buckeln der Bürgerinnen und Bürger abgeladen: siehe die zweimal hintereinander erfolgten, exorbitanten Erhöhungen der Grundsteuer B für Hausbesitzer! Darin ist Thönnes wiederum absolute Spitze, vergleicht man ihn mit den Bürgermeistern anderer Baumbergegemeinden, die da wesentlich zurückhaltender waren.
Das probate Mittel von Thönnes ist es, immer wieder den Gemeinderat mit der Förderung von öffentlichen Mitteln für seine Projekte zu locken, und leider scheint es, immer wieder zu funktionieren. Dabei scheut er seit Neuestem nicht, für sein Prestigeobjekt alle Vereine vor seinen Karren zu spannen.
Rathaus durch die Hintertür
Dafür muss man nur den richtigen Namen finden: "Bürgerforum"! Handelt es sich nicht eher um den verdeckten Neubau eines Rathauses, was er offensichtlich schon lange anstrebt? Wenn die Ausnutzung des neuen Gebäudes dann geringer sein sollte, als vorgesehen, könnten die Räumlichkeiten im Untergeschoss wahrscheinlich ohne große Probleme wie die im Obergeschoss genutzt werden, nämlich von der Gemeindeverwaltung.
Die Bürgerinnen und Bürger Nottulns, haben aufgrund der hohen Verschuldung ihrer Gemeinde Nottuln, deren Konsequenzen sie vor kurzem gleich zweimal hintereinander, enorm zu spüren bekamen, ein Recht darauf, sich jederzeit über den aktuellen Gesamtschuldenstand der Gemeinde und die daraus für sie resultierende Prokopfverschuldung zu informieren. Ein aktualisiertes Schuldenbarometer (in grafisch, aussagekräftiger Form, siehe oben links) auf der Start-Webseite ist ein demokratisches Instrument, das sie ohne Umschweife sofort und rechtzeitig informiert, damit sie überhaupt ihre demokratischen Möglichkeiten wahrnehmen können.
Öffentlicher Antrag gem. GO NRW an den Bürgermeister
Unsere Redaktion, bzw. wir als Nottulner Bürger, werden daher einen Antrag gem. § 24 Gemeindeordnung NRW an den Bürgermeister und die Verwaltung Nottulns stellen und sie bitten, diesen Antrag dem zuständigen Ausschuss und dem Gemeinderat zur Diskussion und Abstimmung vorzulegen. Die Ausschuss- und Gemeinderatsmitglieder bitten wir für die Realisierung dieses demokratischen Instruments um Zustimmung. Es ist ein wertvoller Beitrag für alle Bürgerinnen und Bürger Nottulns, die von den Ratsmitgliedern und den sachkundigen Bürgern im Gemeinderat vertreten werden, aber auch für letzgenannte selbst.
Viel Macht in einer Person gebündelt
Letztendlich ist Thönnes politischer Repräsentant der Gemeinde, Vorsitzender des Gemeinderates sowie Chef der gesamten Gemeindeverwaltung. Da ist ganz viel Macht in einer Person gebündelt. Damit muss ein Bürgermeister sehr vorsichtig und verantwortlich umgehen, schließlich gibt er nicht sein eigenes Geld, sondern das der Bürgerinnen und Bürger Nottulns aus. Ob ihm das jeden Tag bewusst ist, scheint fraglich – das wird auch durch die Leserbriefe in den Westfälischen Nachrichten (WN) deutlich.
Deshalb bedarf es einer sehr kritischen Haltung des Gemeinderates, der inhaltlich und gewissenhaft alles nachprüft, bevor er sich entscheidet, gerade bei einem so davon galoppierenden Bürgermeister. Natürlich müssen ihm dazu nachprüfbare, nachvollziehbare Unterlagen vorliegen, insbesondere was die Finanzierung des Projektes betrifft! Mit der Begründung, es könnten öffentliche Mittel verfallen, wenn sie nicht schnell beantragt werden, sollte der Rat sich nicht unter Druck setzen lassen und voreilige Entscheidungen fällen. Übrigens: Auch die Rolle rückwärts ist Bestandteil von Gemeindepolitik.
Mit besten Grüßen
Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard
(Artikel ergänzt am 25.7.2026)




