Blickpunkt Nottuln
20.03.2026
Blickpunkt Nottuln
Ein Statement für den Wolf und gegen das maßlose Anspruchsdenken der Menschen
Blickpunkt Nottuln
Der Wolf ist ein beeindruckendes faszinierendes Tier mit einer hohen sozialen Intelligenz und mit hervorragender Anpassungsfähigkeit. Seiner Rolle als ökologischer Gestalter der Natur wird er absolut gerecht
Blickpunkt Nottuln
Wölfe besitzen die erstaunliche Fähigkeit, mit ihren hinreißenden Augen den Augenbewegungen ihrer Artgenossen und sogar denen von Menschen zu folgen. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie geradezu verstehen, was ihr Gegenüber momentan sieht, denkt oder plant

"Der Wolf ist gekommen, um zu bleiben!"

Ein Statement für den Wolf, gegen die Wolfshysterie und seinen erleichterten Abschuss 

In ganz Deutschland leben gerade einmal rund 1600 Wölfe, davon ganze 30 in Nordrhein-Westfalen (NRW). Im Gegensatz dazu, soll es nach Aussage der "Zeit" mittlerweile über 100 000 Jäger in NRW geben. Na dann, "Horrido".

Wir verurteilen die jetzige Entscheidung der CDU/CSU-, der SPD- und der AfD-Abgeordneten im Bundestag, den Wolf als bejagbare Tierart in das Bundesjagdgesetz aufzunehmen. Dadurch wird der bisherige Schutz des Wolfes aufgeweicht. Wölfe gelten nämlich nach dem Bundesnaturschutz-Gesetz als streng geschützte Art. Ein Abschuss ohne Ausnahme-Genehmigung ist eine Straftat und kann mit hohen Geldstrafen oder bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug geahndet werden.

Folgende Gründe sprechen nach wie vor gegen einen Abschuss des Wolfes:

1. Die Verhältnismäßigkeit der Mittel ist nicht gegeben!
2. Der Wolf ist die Gesundheitspolizei des Waldes. Kranke und schwache Wildtiere dienen dem Wolf als Nahrung. Eine übermäßige Ausbreitung dieser Wildtiere wird so auf natürlichem Wege verhindert. Somit trägt der Wolf durch sein Jagdverhalten wesentlich zur Gesundheit und Stabilität der Wildpopulation bei.
3. Der Wolf spielt auch bei der Waldverjüngung eine entscheidende Rolle, und das allein durch seine Anwesenheit. Gerade Hirsche und Rehe meiden Waldflächen, in denen sich Wölfe aufhalten. Junge Bäume können hier ohne starken Verbiss groß werden.
4. Der Mensch sollte nicht die Rudelstruktur zerstören. Der Abschuss einzelner Tiere kann das soziale Gefüge zerrütten, das gilt insbesondere für den Leitwolf. Notgedrungen weichen dann unerfahrene, junge Wölfe auf leichtere Beute aus, wie beispielsweise Nutztiere. Das führt dann zu Problemen, die wir uns alle nicht wünschen, sondern vermeiden wollen.
5. Um den Riss von Nutztieren zu vermeiden, gibt es andere wirksame Einrichtungen zum Herdenschutz, wie bereits die Vergangenheit bewiesen hat. Dazu gehören wirksame Zäune und Hunde.
Bemerkenswert ist, dass es mal eine Zeit gab, in der Schäfer sagten: "Ich habe 1000 Tiere, davon sind 50 für die Bären und Wölfe in der Natur". Heute will niemand mehr etwas an die Natur abgeben, offensichtlich nicht mal dann, wenn ihm der wirtschaftliche Schaden vom Staat erstattet wird.
6. Wölfe sind übrigens von Natur aus scheu und meiden den Kontakt zum Menschen. Historisch bedingte und durch Schauergeschichten gewachsene Ängste spiegeln nicht die Wirklichkeit wider. Und wie bereits in meinem Gedicht gesagt: "Der Wolf hat Rotkäppchen nie gekannt!“ 

Hoffentlich findet die Legislative in NRW den richtigen juristischen Ansatz, das Jagdgesetz so zu verändern, dass der Abschuss eines Wolfes, wie bisher, die absolute, unumgängliche Ausnahme bleibt! Schließlich leben in NRW, wie bereits erwähnt, gerade einmal 30 Wölfe und das bei über 100 000 Jägern.
Bei so vielen Jägern wird wohl eher der Mensch, als der Wolf zum Problem.

Übrigens: Wertvolle Informationen und Aktuelles über den Wolf, einschließlich eines Meldeformulars über Wolfssichtungen, finden Sie beim Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen unter: https://www.wolf.nrw/wolf/de/aktuelles.

Mit besten Grüßen

Ihre Redaktion
Jürgen und Karin Gerhard