Von ihren Eltern vertrieben oder freiwillig weggeflogen?
Unsere jungen Trauerschwäne haben uns verlassen, das mussten wir bereits vor einer Woche im Umfeld von Haus Stapel in Havixbeck feststellen. Leider konnte, trotz intensiver Befragung, uns niemand sagen, ob sie von ihren Eltern vertrieben wurden oder freiwillig ihre Heimat verlassen haben. Auch Schlossbesitzerin Dr. med. Mechthild Freifrau Raitz von Frentz konnte uns da bedauerlicherweise nicht weiterhelfen, sie hatte ebenfalls nichts beobachtet.
Im April geboren, ist natürlich beides möglich, denn nach fünf bis sechs Monaten sind die Jungtiere voll befiedert und erlernen das Fliegen. Bis dahin werden sie intensiv von beiden Elternteilen betreut und beschützt. Was die Selbstständigkeit betrifft, versorgen sich die Jungschwäne in den letzten beiden Monaten bereits selbst.
Ihre Vertreibung durch die Eltern kann aber, sobald die Jungschwäne flugfähig sind, erfolgen. Das geschieht meist sehr rabiat und erscheint uns Menschen kaum verständlich, nachdem sie sich so fürsorglich und liebevoll um ihre Küken gekümmert haben. Doch im Hotel Mama und Papa ist kein Platz mehr für sie, denn diesen benötigen sie für die nächste Brut.
Da kann man nur hoffen, dass sie sich damit noch ein bisschen Zeit bis zum Frühjahr nächsten Jahres lassen, denn ihre erste Brut fiel dem kalten Wintereinbruch im Dezember 2025 zum Opfer. (Wir berichteten unter https://www.nottuln-blickpunkt.de/783-und-jedem-anfang-wohnt-ein-zauber-inne, und Teil 2 unter https://www.nottuln-blickpunkt.de/847-allem-anfang-wohnt-ein-zauber-inne.)
Übrigens suchen sich die Jungschwäne in der Regel ein neues Zuhause und schließen sich mit anderen Jungschwänen zusammen. Erst bei Eintritt der Geschlechtsreife mit zwei bis drei Jahren begeben sie sich auf Partnersuche.
Anmerkung der Redaktion:
Wenn Sie die Vertreibung oder den Abflug der Jungschwäne beobachtet, beziehungsweise sie woanders entdeckt haben, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns benachrichtigen. Die Kontaktdaten finden Sie auf der Startseite unter dem Button „Kontakt“.
Mit besten Grüßen
Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard


