Erstmalig im speziellen Lichteinfall fotografiert
Der große Schillerfalter (Apatura iris) ist ein echter Sonderling, denn er nimmt nicht wie andere Schmetterlinge Nektar aus den Blüten auf, sondern Mineralstoffe aus feuchter Erde. Normalerweise erschien er mir bisher immer „nur“ in seiner wunderschönen dunkelbraunen Grundfarbe. Doch heute hatte ich großes Glück und er drehte sich im Grünen so, dass Lichteinfall und Sonne die Oberseite der Flügel metallisch blau schimmern ließen - einfach faszinierend!
Dieses Blau entsteht übrigens nicht durch Farbpigmente, sondern durch eine optische Täuschung: Die winzigen Schuppen auf den Männchen-Flügeln enthalten mikroskopisch kleine Luftkammern, die das Licht brechen und so nur die blaue Farbe reflektieren (Strukturfarbe), so der NABU. Das funktioniert übrigens nur beim Männchen. Die großen Weibchen leben sehr zurückgezogen und halten sich überwiegend in den oberen Baumkronen auf. Sie kommen nur selten nach unten, um Flüssigkeit oder Mineralien aufzunehmen.
Große Schillerfalter fliegen meist von Juni bis August in lichten Au- und Laubmischwäldern, sowie an Gewässerufern. Insofern ist das Nonnenbachtal ein sehr geeigneter Ort für sie, zumal sich dort auch Weiden und Pappeln befinden, deren Blätter den braunen bis olivgrünen Raupen als Futter dienen. Sie überwintern übrigens in den Gespinsten an Zweigen und erscheinen, nachdem sie wieder angefangen haben zu fressen, in einem kräftigen Grün.
Das Lebensalter des Großen Schillerfalters beträgt in der Regel nur ein Jahr. Er kommt übrigens sehr selten vor und steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten. In einigen Regionen gilt sein Bestand sogar als stark gefährdet.
Vielleicht begegnet Ihnen im Nonnenbachtal auch einmal der große Schillerfalter, vielleicht sogar beim speziellen Lichteinfall, sodass auch Ihnen das mertallische Blau seiner Flügel entgegestrahlt. Unsere Redaktion wünscht Ihnen viel Glück dabei.
Mit besten Grüßen
Ihre Redaktion
Karin und Jürgen Gerhard


